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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 48

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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…/3122061-3122080--2268-3123963
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Bwamnrn mmMO 38 Der Ga011 Saadja. Die im engeren Sinne apologetischen und polemischen Bestandteile Y0n Saadjas Hauptwerke sollen hier nur, soweit sie das Gebiet der Bibelexegese berühren, in kurzer Hebersicht erwähnt werden. Am Schlüsse der Einleitung wendet sich Saadja gegen den Unglauben im Allgemeinen, der sich, wie es scheint, in jener Zeit innerhalb der jüdischen Kreise in besorgnisserregendem Maasse geltend machte und die Ueberzeugung Y0n der Wahrheit der heiligen Schrift lockerte, sowie das auf die Befestigung dieser Ueberzeugung gerichtete vernunftgemässe Forschen behinderte. Er zählt acht Hauptgründe für das Ueberhandnehmen der mit Qredankenlosigkeit gepaarten Glaubens- Unfähigkeit auf und weiss für jeden dieser Gründe eine Bibelstelle anzugeben, an welcher die betreffende Gesinnung gebrandmarkt, vor ihr gewarnt wird* 1). Ausser diesen Hauptgründen giebt es aber auch andere Wege, auf denen der Einzelne zum Irrthum im Glauben gelangt2), individuelle Erfahrungen oder Zweifel, worunter Saadja an erster Stelle den gewissermaassen auf dem Wege der Bibelexegese entstandenen Irrglauben erwähnt, indem Jemand, damit beschäftigt, Stellen der heiligen Benjamin hatte auf Grund von Ezecli. 82, 27 und Ps. 35, 10 gelehrt, nach dem Tode würden die Knochen Gegenstand der Bestrafung sein. Beide widerlegt Saadja durch den Nachweis, dass sie die Gesetze der Sprache nicht kennen, YI, 191 (96); ib. 201 (100 f.). Unkenntniss des Sprachgebrauches der Bibel wirft Saadja in seiner Polemik auch anderen Gegnern vor, s. unten S. 42 und das oben S. 21, Anm. 3 erwähnte Fragment. 1) Die acht Gründe sind: 1. Die Bequemlichkeit der Natur des Menschen und deren Unwilligkeit, sich geistig anzustrengen, dazu als Belegstelle Ezech. 11, 15;, 2. die Indolenz der׳ Unwissenheit, Hosea 10, 3; 3. die Neigung, seine Begierden zu befriedigen, Ps. 53, 2; 4. Trägheit im Denken, Prov. 12, 27; 5. Hochmuth und Selbstüberhebung, Ps. 10, 4; 6. Einfluss einer vernommenen ungläubigen Aeusserung, Prov. 18, 8; 7. schwache Argumente der Gläubigen, wodurch das Yertrauen zu allen anderen Argumenten benommen wird, II Chr. 30, 10; 8. persönlicher Hass gegen Gläubige, Ps. 119, 139. 2) Eini. 28 (14).סביל צלאלה »der Weg seiner Verirrung« wird von ibn Tibbon ungenau umschrieben: סבילה כלאף?) מנהגו חלוף ד,דעות), was Fürst (S., 47) so wiedergiebt: »der die Gewohnheit hat, die Erkenntnisse zu wechseln«.

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