Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3122061-3122080--2265-3123960- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
85 Der Gaon Saadja. Bezug* auf. solche Verkündigungen ausführlich zu sein, die in näherer Zeit sich bewahrheiten sollen, während sie für entferntere Geschehnisse sich kurz fasst. ZurZeit, als die Thora, für Israel־ geschrieben, wurde, war das zunächst liegendeinteresse des Volkes zu wissen, wie das Land der Verheissung־ beschaffen sein werde, darum beziehen sich auf dieses die Verkündigungen von Lohn und Strafe. Nur noch eine für die Geschichte der Schriftausle^unsr bedeutsame Stelle aus dem Abschnitte über die Auf erstehung sei hier angeführt. Saadja bemerkt in der Einleitung zu diesem Abschnitte1): Die grosse Menge unserer Nation behauptet, dass die Auferstehung zur Zeit des messianischen Heiles sein werde und erklärt alle in der Bibel vorkommenden Verse, in denen von Belebung der Todten die Bede ist, nach ihrem wörtlichen Sinne, ״?für "Wenige unseres Volkes sah ich jeden derartigen Vers auf die Wiederlebung der Herrschaft und die Auferstehung der Nation deuten; wenn aber der betreffende Vers sich nicht auf die Heilszeit bezieht, wenden sie ihn auf das Leben im Jenseits an“2). — Die gegen den Auferstehungsglauben anführbaren Bibelstellen tlieilt Saadja in drei Gruppen3): 1. In Versen wie Hiob 7, 7—10, ib. 14, 14, ib. 14, 12 soll nur zur Erregung des göttlichen Erbarmens die ausserordentliche Hinfälligkeit des Menschen geschildert werden. 2. In Versen wie Ps. 78, 39, ib. 103, 15 f. wird ebenfalls die Schwäche des Menschen als einer der Gründe für Gottes Erbarmen beschrieben. 3. "Was Ivoh. 9, 4—6 betrifft, so spricht hier der Weise nicht seine eigene Ansicht aus, . sondern die Meinung der in V. 3 (הוללות) erwähnten Thoren. s 19. Saadja’s Hauptwerk kann in einem gewissen Sinne als Apologie des Judenthums bezeichnet Apologetisches: werden. Durch den Nachweis, dass die Lehren der und Israel gewordenen Offenbarungsurkunden mit den Polemisches. Ergebnissen der vernünftigen Speculation, des philosophisehen Denkens übereinstimmen, unternimmt es Saadja sowol 1) ,YI'I, 211. In der hebr. ■Hebers. (p. 106) fehlt die interessante Angabe über die metaphorische Deutung* der Auferstehungsverse. 2) S. oben S. 11, A. 1. 3) YII, 218 (110). .