Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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34 Der Gaon Saadja. 5. Die ausführlichen Aussagep der Schrift über Gott als gerechten Dichter, der jedem Menschen,.nach seinem Thun vergilt, so Deut. 32, 4, Ps. 145, 17, ib. 9, 8 £; ib. 119, 91, Hiob 34, 21, Prov. 5, 211), Koh. 12, 14. — 6. Die Warinnigen vor dem zur Yergeltung bestimmten Tage Gottes: v Zepli. 1, 14—2, 1. — 7. Die Benennung der Belohnung mit dem Ausdrucke: das ״Gute“ und die Aussage, dass es den Frevlern versagt sein wird: Deut. 5, 26, Ps. 31, 20, Koh. 8, 12 f.2). — Sollte Jemand meinen — so schliesst Saadja seine biblische Beweisführung — dass die citirten Bibelstellen andere Erklärungen vertragen, welche ihre Beweiskraft für das Jenseits aufkeben, so ist ihm zu erwiedern, dass seine Meinung 1111־ richtig ist. Denn die Yernunft erweist die Yergeltung im - Jenseits als notwendig, jede Erklärung einer Schriftstelle aber, welche mit der Yernunft übereinstimmt, ist als richtig, jede Erklärung, die zum Widerspruche mit der Yernunft führt, als irrig und ungültig zu betrachten. Innerhalb der Beweisführung für das Jenseits beantwortet Saadja auch den Einwand, warum denn die Thora in den Abschnitten Lev. 26, 3 ff. und Deut. 11, 13 ff. ausdrücklich nur von der irdischen Yergeltung spreche3). Abgesehen davon — so lautet S.’s Antwort —, dass ja an anderen Stellen, wie er zeigt, die h. Schrift auch der jenseitigen Yergeltung deutlieh Erwähnung thut, kann man jenen ausschliesslichen Hinweis auf Heil und Unheil in dieser Welt auf zwei Gründe zurückführen: 1. Da die jenseitige Yergeltung etwas durch die Yernunft Beweisbares ist, lässt die h. Schrift sie unerwähnt und verkündet nur die von der Yernunft nicht geforderte irdische Yergeltung4). 2. Es gehört zur Art der Prophetie, nur in ב) Das arab. Original hat liier noch Jerem. 17, 10. 2) Da das den Frevlern versagte »Gute« der Erfahrung gemäss nicht• das irdische sein kann, so muss an den betreffenden Stellen das jenseitige Gute verstanden werden. 3) IX, 258 f. (131). 4) Als Beispiel führt S. Gen. 2,^16 an, wo die dem ersten ייי Menschen gegebenen Vernunftgebote (nach traditioneller Auffassung, s. Sanh. 56 b) verschwiegen und nur das nicht in der Vernunft begründete Verbot hinsichtlich des Baumes der Erkenntniss ausführlich . angegeben ist. S. 131, Z. 35 ist nach |וכ zu ergänzen : הראתה גמול העולם הזה מפני שאין השכל מורה עליד,