Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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ו—יייייי■ nimmu.rnm ויי 22 Der Gaon Saadja. Auch die Kategorie der Thätigkeit findet bei Gott nur in uneigentlichem Sinne Anwendung. Er wirkt, indem er durch seinen Willen hervorbringt, entstehen, geschehen lässt; er ruht (Gen. 2, 2), indem er das Hervorbringen unterlässt.. Selbst die Gott zugeschriebene Thätigkeit des Redens (in den prophetischen Offenbarungen) ist so zu verstehen, dass - er Worte erschafft, die durch die Luft an das Gehör des Propheten (oder des Volkes) gelangen1). Gott ״schweigt“ (Jes. 42, 14), indem er zuwartet, eine Kundgebung unterlässt2). Wenn Gott seine Geschöpfe aus einem Zustande des- Leidens befreit, sagt man : er ״gedenkt“ ihrer (Gen. 8, 1, ib. 30, 32); hingegen wird weder im Hebräischen noch im Arabischen bei Gott der Ausdruck des ״Vergessens“ angewendet, sondern es heisst dafür: ״er gedachte nicht“ (Echa 2, l)3). Hieher gehören auch viele, Gottes Wirksamkeit aussagende Attribute, wie erbarmungsvoll, gnädig, eifervoll, - rächend, durch die von Gott ausgehende und von den Geschöpfen erfahrene Wirkungen bezeichnet werden. Die Kategorie des Leidens giebt S. Gelegenheit zu erörtern, dass von Gott ein Gesehenwerden nicht ausgesagt werden könne4), um im Anschlüsse daran die Bitte Moses’!) S. oben S. 20. 2) Dazu bemerkt S., dass im Arabischen in ähnlichem Sinne von Gottes Reden gesprochen, Schweigen aber auch in übertragener Bedeutung von Gott nicht ausgesagt wird. Die auf dem irrigen hebr. Texte beruhende Uebersetzung dieser Stelle bei Kaufmann, S. 6fr berichtigt P. F. Frankel (Z. d. D. M. G. XXXII, 216 f.). Die von Frankl das. (S. 217) gegebene Erklärung des dunkeln Schlusssatzes ist deshalb nicht ganz genau, weil dabei das Yerbum יתברר! צח) ausser Acht gelassen ist. Saadja will sagen: Wenn Ausdrücke wie 7!השיתי iivs Arabische zu übersetzen sind, werde klar, wie richtig es war, von vorn eherein Gott ein Zu warten, Unterlassen der Kundgebung zuzu״ schreiben; d. h. die thatsächliche Uebersetzung der betreffenden Bibelstelle in\s Arabische bestätigt die Auffassung von Gottes »Schweigen«. 3) Dieser Bemerkung S.’s widerspricht die Thatsache, dass in der heiligen Schrift oft genug auch שכה bei Gott angewendet ist, besonders im Psalmbuche (9, 13; 10, 12; 13, 2; 44, 25; 74, 19, 23; 77, 10), allerdings an allen diesen Stellen, und ebenso Arnos 8, 7, Jes. 49,. 15, Echa 5, 20, fragend oder verneinend; Jes. 49, 14 ist eine unberechtigte Klage Zions, Ps. 10, 11 eine frevlerische Behauptung. Aber in Hosea 4, 6 sagt Gott ausdrücklich: אשבח בניך. 4) S. Guttmann, S. 124, gegen Kaufmann, S. 70.