Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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19 ־ ‘ Der Ga011 Saailja. wie die heilige Schrift die Yergleichung Gottes mit irgend einer der möglichen Substanzen abweist, Y0m Mineralreich (Jes. 46, 5f.) bis zu den Engeln (Ps. 89, 7). Wenn der Mensch, Gen. 1, 27, als Gottes Ebenbild bezeichnet wird, so soll damit nur gesagt sein, dass von allen übrigen Gestalten in Gottes Schöpfung die des Menschen bevorzugt ist: des Menschen Gestalt heisst die Gottes, sowie der vor allen übrigen Bergen ausgezeichnete Berg der Berg Gottes genannt wird, Die zweite Kategorie (Quantität, Grösse) bietet Anlass zu der bereits oben1) mitgetheilten Erörterung der metaphorischen Redeweise der Bibel. Ferner wird eine für das ganze Gebiet der prophetischen Yisionen maassgebende Theorie dargelegt, durch die Stellen wie Ezech. 1, 26 und I Kön. 22, 19, an denen Gott von den Propheten scheinbar in mensehlicher Gestalt gesehen wird, erklärt werden sollen. Was die Propheten sahen, lehrt Saadja, ist eine zu diesem Zwecke von Gott erschaffene L i eh t e r s c 11 ei n u n g, in Gestalt einer Person, wie sie z. B. in Dan. 7, 9 beschrieben ist, aber auch ohne persönliche Gestalt. Diese Lichterseheinung, welche dem Propheten die Gewissheit geben soll, dass Gott es ist, der sich ihm offenbart2), heisst in der heiligen Schrift כבוד י״י, die Herrlichkeit Gottes, und wird in der Tradition als שכינה bezeichnet. Der Prophet vernimmt die ihm offenbarte Rede als aus dieser Lichterscheinng ausgehend. Auch wo erzählt wird, dass ein Engel Gottes dem Propheten erscheint, zu ihm redet, ist eine solche erschaffene Lichterscheinung zu verstehen. Ja man muss dort, wo vom Gesehenwerden Gottes die Rede ist, wo Gott als thronend erscheint und in anderen, ähnlichen Fällen im Bibeltexte zum Kamen Gottes das Wort כבוד oder מלאך hinzudenken, da es sich an 1) S. 11 ff. 2) S. III, 123 (63 f): Die Gewissheit dessen, dass Gott zu ihm rede und dass er das Vernommene im Kamen Gottes verkünden dürfe, entnimmt der Prophet einem ihm sichtbaren Zeichen, welches die Eede begleitet, sei es eine Wolkensäule oder eine Feuersäule oder ein klarer Feuerschein . . . Dass auch andere Propheten als Moses das Zeichen .der ,Wolkensäule erhielten, sieht man aus Ps. 99, 7, wonach Gott auch zu Samuel »in einer Wolkensäule redete«. 2*