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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 22

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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12 Der Gaon Sa ad ja. Stimmung sind1). — Es gehört nämlich zum Wesen und Yerfahren der Sprache, dass sie erweitert, entlehnt und vergleicht, z. B. Ps. 19, 2; Jes. 23, 4; Hiob 28, 22; Jos. 24, 27; Jes. 55, 12,־ Ps. 65, 13 und dgl. Warum dies geschieht, warum uns die Sprache nicht die Ungewissheiten und Zweifel erspart, indem sie sich auf die präcise, nicht übertragene Ausdrucksweise beschränkt2)? Darauf ist zu antworten: Hätte sich die Sprache auf einen einzigen — dem Begriffe ganz adaequaten Ausdruck beschränkt, dann wäre sie zu dürftig und hätte nur für einen Theil der Gedanken ausgereicht3); indem sie den Sinn der Ausdrücke erweiterte, konnte sie alles Beliebige ausdrücken und yerliess sich — gegenüber der Gefahr etwaiger durch die uneigentliche Ausdrucksweise entstandener Zweifel — auf das durch Yernunft, heilige Schrift und Tradition Erkannte.. Würden wir Gott nur mit dem der Wahrheit seines Begriffes entsprechenden Ausdrucke bezeichnen wollen, dann müssten wir es unterlassen, ihn als hörend, sehend, sich erbarmend, wollend zu bezeichnen, und wir wären gezwungen, uns auf die Aussage seines Seins zu beschränken4). — Denselben Gedanken von der in der Natur der Sprache begründeten metaphorischen Redeweise umschreibt Saadja 1) II, 92 (48), d. 11.: der betreffende Ausdruck muss einer von dem Sprachgebrauche an die Hand gegebenen Umdeutung unterzogen werden. 2) 1 96) אקתצר. Z. und 97, 1. Z.) ist bei Ibn Tibbon ungenau mit נסמך wiedergegeben. 3) In der hebr. Ueb er Setzung; S. 50, Z. 27 fehlt nach dem Worte המכוונות ein ganzer Passus, welcher nach dem Original (97, 2—4) etwa so zu ergänzen ist: אך הרהיבה [הלשון] עד שהביאה כל מבוקש ונשענה על אשר בשבלים ובכתובים ובקבלה♦ — Bei Ibn Parchon (Art. אול) findet sich eine ähnliche Ausführung hinsichtlich der menschlichen Redeweise, die die Bibel von Gott gebraucht (s. Stade’s Z. f. d. alttest. Wiss. XI. 61). 4) II, 96 f. (50). Auf diese Stelle verweist Saadja, IY, 159 (81), bei Gelegenheit der Anführung jener Bibelstellen, welche vermöge der »erweiternden« Redeweise scheinbar Gott einen Zwang auf den freien Wülen des Menschen zuschreiben. Er drückt dort den Gedanken kurz so aus: אן לם תתסע נאללגה! לם יונד פיהא אכתר מן דבר עין אלשי פקט d. 11.: Würde die Sprache nicht erweitern, so gäbe es in ihr nichts mehr, als die Bezeichnung des Wesens eines Dinges. In der hebr. Uebers. S. 81, Z. 12, muss es heissen: ♦♦♦לא ימצא בה כי אם עצם הדבר בלבד♦

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