Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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11 Der Gaon Saadja. Macht und der Herrschaft gedeutet werden können. In Wirklichkeit darf kein Bibelvers Y0n seinem äussern und bekannten Sinne auf einen anderen Sinn übertragen werden, wenn nicht eine der genannten vier Ursachen dazu nötigt; -׳ sonst ist der Text überall nach seinem Wortlaute zu Yerstehen1). 8. Hinsichtlich der Aussagen über Gott in der x1ebertra״ene heil. Schrift gilt die allgemeine Regel, dass jeder, Ausdruckweise Gottes Eigenschaften und Wirksamkeit betreffende yob Gott. Ausdruck, der mit dem richtigen, Yernunftgemässen Denken in Widerspruch ist, unbedingt als eine im Sprachgebrauche begründete Uebertragung zu erklären ist2). Was immer sich in den Büchern der Propheten an Attributen der Substanz oder der Accidenz auf Gott angewendet findet, dem muss unbedingt dem Sprachgebrauche nach auch eine solche Bedeutung beigelegt werden können, die die Yerkörperung ausschliesst und Yermöge deren die angewendeten Ausdrücke mit den Forderungen des Denkens in Ueberein- 13 TU, 216—21S, bei Gelegenbeit der Abweisung einer etwaigen Umdeutung der die Wiederbelebung der Todten beweisenden Bibelstellen, wie Psalm 113, 7, I. kön. 16, 2, Ps. SS, 6, ib. 71, 20, ib. 85. 7. — Bei Ibn Tibbon (S. 112 f.) ebenso, mit Abweichungen in Einzelheiten; als Beispiel der Umdeutung biblischer Geschichtserzählungen ist dort auch die Allegorisirung des Schöpfungsberichtes erwähnt, wonach derselbe auf die Wiederherstellung des leiblichen und geistigen Zustandes einer Nation gedeutet werden könnte: so Gen. 1. 1 f. nach Jerem. 4,23 und Jes. 65, 17; 1, 11 nach Jes. 66, 14 und Ez. 17. 23; 1, 14 nach Prov. 6, 23 und Ps. 119, 105. 2) II, 84 (44) העברה מהלשון =1 מנאז מן אללנה) bezeichnet im allgemeinen jede übertragene, uneigentliche Kedeweise. Saadja setzt hinzu: In der Einleitung zum Thoraeommentar (צדד תפסיד אלתוריו־) habe er ausführlich die »Wege der Uebertragungen, Sprachgebrauche und der Bedeerweiterung« erläutert (אלמגאזאת ואלאסתעמבאלאת’ ואתסאע אללגה.) Ein anderes Citat aus dieser Einleitung zum Pentateuchcommental* (verschieden von der oben S. 3, A. 3 erwähnten) s. Einl. 20 (10). Beide Citate beweisen, dass diese Einleitung umfangreich war. Je hu da b. Barsilai in seinem Jezira-Commentar (S. 89)citirt sie bezeichnenderweise so: וכתב רי סעדיה גאון ז״ל קצת מזה בספר שחיבר בפתיחת ספר פירוש בראשית בלשון ערבי♦ Er giebt auch ein längeres Stück aus diesem »Buche« hebräisch wieder; dasselbe enthält manches auch im Emunoth zu Findende.