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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 12

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2 Der 6aon Saadja. existirte lange Zeit in der Form mündlicher Ueberlieferung,. bevor er niedergeschrieben wurde, wie z. B. die mit Prov. 25, 1 eingeleiteten Sprüche Salomo’s1). Die Glaubwürdigkeit dieser vierten Erkenntnissquelle wird durch das Zeugniss der drei andern Quellen bekräftigt, während andererseits diese letzteren durch die heilige Schrift als wahrhaft bezeugt sind2). Der zweite Theil dieser These von dem gegenseitigen Wahrheitsbeweise der drei allgemeinen und der in der heiligen Schrift gebotenen Erkenntnissquellen wird von Saadja auch durchgefühi't3), während er für den ersten Theil der These auf den von der heiligen Schrift handelnden Abschnitt seines Buches verweist, ohne dass sich jedoch an der betreffenden Stelle die erwartete Beweisführung vorfände. Als Aequivalent dafür finden wir zwei Argumente für die Vertrauenswürdigkeit der biblischen Ueberlieferung4) : 1. Die heilige Schrift selbst erkennt das von Anderen überkommene Wissen als gleichberechtigt mit den! durch eigene Wahrnehmung erlangten an, indem sie das durch Erkundigung Erfahrene als ״gesehen״ bezeichnet (Jerem. 2, 10). 2. Bei der durch die h. Schrift erhaltenen Ueberlieferung sind die beiden Möglichkeiten, welche sonst den Glauben an das von Anderen Ueberkommene gefährden, ausgeschlossen, da uns die Vernunft darüber belehrt5), dass bei der in den biblischen Schriften niedergelegten Ueberlieferung, deren Träger eine grosse Gesammtheit, das Volk Israel war, weder Irrthum, noch Verabredung zu erdichteter Ueberlieferung angenommen werden kann. Für die eigentliche Tradition im engeren Sinne gebraucht S. nebenjbpx besonders den Ausdruck 1אתא♦ 1) Jezira-Commentar, Schluss der Einleitung. 2) Einl. 14 (7). Im arabischen Original muss auf Zeile 5 nach ועלם אלעקל ergänzt werden: ואלעלם אלצרורי. 3) S. unten, § 3♦ 4) III, 127 (66). Ygl. Guttmann, S. 147. In der Einleitung zu Em., S. 15 (8), wird als biblischer Beweis für die Glaubwürdigkeit der wahren Ueberlieferung Hiob 15, 17—19 citirt. Ib. 25 (12 f.): Der Glaube an die Offenbarung beruht auf dem, was das ganze Yolk nach Exod. 20, 22 und 19, 9 »gesehen« und »gehört« hat. 5) מצאנו בשכל) רגתא :פי אלעקל). Das ist mit Nachdruck gesagt, weil dieses Argument jenen Theil der vermissten Beweisführung enthält, der sich auf die zweite Erkenntnissquelle, die Yernunft, bezieht.

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