Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 220)
- Language
- German
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217 Ebenfurth gerühmt. Auch der bis 1739 in Berlin lebende Juda Löb b. Mose stammte aus der niederösterreichischen öolonie. Mit den Wienern und den Mitgliedern der Landjudenschaft waren auch aus den von der Vertreibung betroffenen Grenzgemeinden Ungarns einzelne Familien nach Berlin gekommen. So wanderte aus Eisenstadt ein Jiidel mit seiner Gattin Rebbeka, Tochter Isaks. und seiner an Salomo Zebi verheiratheten Tochter Liebesch; Mut־ ter und Tochter starben im Frühling 1700. Von dort stammte auch der als Greis in hohen Jahren 1706 verstorbene David b. Jechiel Michel, der hier seine fromme Tochter Zirel und seinen trefflichen, einem Leben des Wohlthuns und des Wissens bereits 1690 entrissenen Sohn Jechiel Michel überlebte. Vertrieben aus Osterreich nennt sich auch der Eisenstädter Aberl auf dem Grabsteine seiner 1698 verstorbenen Gattin Hendel, der Tochter Jakobs aus Lakenbach. All die Colonisten, ohne Rücksicht auf ihren Heimathsort, nannte man in Berlin die Wiener. ״Wie vortreffliche Männer auch aus ihrer Mitte zur Zierde und Hebung des neuen Gemeinwesens hervorgegangen waren, sie blieben doch noch lange die Fremden, auf welche die Erb gesessenen herab sehen zu dürfen glaubten. Mehr als zwei Jahrzehnte mussten vergehen, ehe der stolze Hofjude Jost Liebmann mit seiner Frau zu Ehren der Tochter der ihm verwandten Glückei von Hameln auf einer »Wiener Hochzeit« erschien 1). Gleichwohl musste auch Liebmann einen Wiener Exulanten in sein Haus aufnehmen. An der Seite seines Schwiegersohnes Aron, genannt Arnd Benjamin Wolff, des Rabbinatspräses von Berlin, wirkte in dem durch Jost’s fürstliche Freigiebigkeit erhaltenen Lehrhause auch Mose b. Jesaja als sein Haus- oder Klausrabbiner, der seit der Vertreibung aus Wien nach einer unsteten, von Wanderung und Verfolgungen erfüllten Jugend hier endlich eine behagliche Heimstätte fand, in der er alsbald 1701 mit einem eindringenden Coramentar zur Pesachhaggada auch schrift-steilerisch auftrat 2). ב) »DassH. Juda [d.i. Jost Liebmann] mit alle Wieners ist uneins gewesen«, bemerkt Glückei bei der Hochzeit ihres Sohnes Löb. Es habe daher alle Welt in Erstaunen gesetzt, dass er zum Hochzeitsmale ihrer Tochter kam. Über Jost Liebmann vgl. L. Geiger II, 40 ff.; Landshuth 2 תולדות f. 2j בדית מטה משדר, unter der Leitung Mose Juda Löb Neumarks 1701 in