Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 199)
- Language
- German
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196 Alle aber in der Familie Frankel wie in der Gemeinde überstrahlte durch die Macht seiner Persönlichkeit, vornehm sittliches Wesen, Fülle des Wissens und Tiefe der Demutb der Schwager der Frankel, Henoch Lewi oder Morenu Henoch *), wie man ihn zum Zoll der Verehrung in der neuen Heimath nannte. Der Sohn eines scharfsinnigen Talmudmeisters, des Rabbiners von Eisenstadt,. R. David Lewi * 2), muss er früh durch seine Geistesgaben geglänzt haben, dass der reichste Mann des Wiener Ghettos, Koppel Fränkel, ihm die Hand seiner Tochter Ritschl gab. Unter dem Kamen Honig Frankel war er in dem stattlichen Hause Kr. 38 der Badgasse in Wien 3) an der Seite seines Schwiegervaters und trefflieher Schwäger in stillbescheidenem Fleisse zu einer Wissensmacht herangereift, welche die Bewunderung seiner neuen Heimath her־ vorrief. Bald verkehrten die Spitzen der christlichen Gelehrtenwelt von Kürnberg und der Universität Altorf in seinem gastlichen Hause, das selbst adeliger Besucher nicht entbehrte 4). Als Schriftkundiger unvergleichlich, als Talmudkenner unübertroffen, ward er bald in allen Fragen des jüdischen Wissens und Lebens das Orakel Wagenseils5), Christoph Arnolds6) und Conrad Fronmüllers7). Seines Lobes überströmen seine christlichen wie seine jüdischen Freunde8). Von asketischer Frömmigkeit für seine Person, war er ב) Wagenseily Sota 1180 und 1199. 2) Ib. 1212 : pater ipsius, R. David. Rabbinorum acutissimus, in Hungaria, sub Comite Esterbasio, Eisenstadif degens. Den von ihm angegebenen und. benutzten Chalizaschuli bewahrte sein Sohn R. Henoch ib. 3) Jßealis 81, geschätzt auf 2821 fl. 15 kr. 4) Yon einer Baronin, die einen gelehrten, aber weniger wohlgestalteten Sohn R. Henochs neckte und von ihm für Chr. Arnold ein Zettelchen mit den Worten enthielt :התורה מפואר בכלי מכוער, berichtet Wagenseil, Sota 1230. Da. Eikana und wohl auch R. Hirsch 1673 bereits verheirathet waren, so kann die Anekdote sich nur auf zwei jüngere Söhne R. Henochs beziehen, die allein damals noch im Hause war&u. 5) Seiner Belehrungen gedenkt W. Sota 1158, 1180, 1199, 1204, 1213r 1219, 1223. 6) Ib. 1156. Ihn ׳grüsst R. Henoch auch in dem Briefe vorn 1683. r. samuei Haiewi sagt von ihm t במקרא לא מצאתי לו חבר ובתלמוד אין לו דומה s. 11 נחלת שבעה Nr. 75; vgi. Nr. 74,79. ד) Eromnüller hat die Correspondenz mit R. Henoch herausgegeben s. Wolf I, 382, III, 264; vgl. Grätz X, 302. g) Wagenseif der sich auf G-elelirsamkeit verstand, preist ihn Sota 1158 mit den Worten : R. Henoch Levi, exul nunc Viennensis, Vir admirandae eruditionis & singularis modestiae (quo Tecum [Arnold], in vico Eürthensi, per. literas: & 7cpoc axoti.cz, familiariter uti soleo).