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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 170

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 170)
Language
German
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167 Versuche, sie zu den Landtagsanlagen heranzuziehen, zu vertheidigen hatte 1). Eine nicht zu stillende Unruhe musste sich daher der Stände bemächtigen, welche die Zahl der geduldeten Juden bereits mit scheelen Blicken ansahen, als die Wiener Judenschaft wie durch eine aufgehobene Schleuse sich nach Mähren ergoss. Am 11. Juli 1670 leiht denn auch bereits der Landeshauptmann Franz Carl Graf von Horvath dieser Angst vor der Vermehrung der Juden x4.usdruck 2). Unter Hinweis auf den Landtagsschluss von 1650 legt er durch die böhmische Hofkanzlei dem Kaiser die Frage vory ob nicht die Kreishauptleute zur Verhinderung dieser Ein wänderung anzuweisen seien, da eine Schwächung der ohnehin unterliegenden christlichen Gewerbe davon zu befürchten sei. Doch deutete die bereits am 19. Juli erfolgende Antwort des Kaisers, dass der Sache besser auf den Grund zu sehen und ein ausführliches Gutachten über die Abstellung dieser Missstände an ihn einzuliefern sei, auf seine Zustimmung zu der besonders Mähren treffenden Ein־ Wanderung. Aber auch die jüdische Bevölkerung selber sah mit getheilten Gefühlen die Ansiedelung der Flüchtlinge in ihrer Mitte. Im ersten Sturm des Mitgefühls wurden sie wohl überall mit Liebe aufgenommen, aber es war eben die Gastlichkeit, die einer zu bieten hat, der selber auf schwankem Brette in den Wellen der Gefahren treibt. Am Beneidenswerthesten war noch das Schicksal derjenigen, die schon in Wien Zeit und Gelegenheit gefunden hat־ ten, sich unter den Schutz einer Herrschaft zu begeben. Schon am 7. Januar 1670 hatte der Fürst Dietrichstein seine nächsten Schutz־ befohlenen, seine herrschaftlichen Einkäufer Siegmund Adam Wasserpauer und dessen Gattin Catharina verw. Purmeisterin, sowie den Lakaien der Fürstin Maria Elisabeth von Dietrichstein, Jacob Beingrub er. zu Einwohnern von Nikolsburg aufgenommen 3). Am 13. März 1670 konnte bereits der schwedische Resident seiner 9 Nacli der Zuschrift an die böhmische Hofkanzlei vom 10. Dezember 1669 im Hofkammer-Archiv. 2) Sammt der kaiserlichen Antwort im Archiv des k. k. Ministeriums des Innern. s) Die folgenden Mittheilungen aus dem fürstlich Dietrichsteinschen Ar־ chive zu. Nikolsburg, dessen Benützung .die Liberalität Ihrer Durchlaucht der Fürstin Alexandrine Dietrichstein-Mennsdorf mir gestattet hat, verdanke ich sämmtlich der unvergleichlichen Bereitwilligkeit des fürstl. Schlosshauptmannes und Archivars, Herrn Wilhelm Klemm in Nikolsburg.

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