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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 168

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 168)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122082--1643-3123819
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165 Augenblick fraglich sein könne, vollends hatte »die Hoffcammer dass von den Juden geschehene Offertum gleichsamb für ein sonderbahres Glück geschätzt und selbiges keineswegs aus handten zu lassen vermaint« 1). Der Hass gegen die Juden wird jetzt nur auf Leute zurückgeführt die sie nicht kennen oder ihre Schulden nicht zahlen wollen. Die man als Vampyre hingestellt hatte, die vom Blut und Schweiss des Volkes leben, erscheinen jetzt als diejenigen, »so christliche Underthanen gar offt beiHauss und Hof erhalten habent davon sie sonst hetten entlaufen, und dass Ihrige ödt stehen lassen muessen«? Von ihrem angeblichen Landesverrat!! will man niemals Etwas vernommen haben. Ja, der Kaiser musste in dem Gutachten seiner obersten Einanzbehörde 2), die ihm den Schaden der Juden- Vertreibung darlegte, den Satz lesen, dass »nit $u gweifetn, SBamx Sfjre ■Stabbiefe Information 3eitlidjet gehabt hätten, fie in eine foldje general abfdjaffung fo leidjtlxcfy nidjt ttnterben üernnßigt haben«. Wohl sollte die Wiederaufnahme der Gemeinde in der Weise, wie sie in dem Vorschläge vom 13. März 1673 zu Kikolsburg in Aussicht genommen wurde 3), nicht erfolgen, aber ihrer Rückkehr nach Wien stand Kichts im Wege und Kaiser Leopold konnte die Sonne seiner kaiserlichen Huld noch über Juden an seinem Hofe, in seinen eigensten Diensten leuchten lassen. Der Kaiser und Cardinal Kollonitsch lebten lange genug, um die Leistungen, die Treue und Hingebung der Juden aus eigener Erfahrung bestätigen zu müssen. Die Huldbeweise, die Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer, den zwei Säulen des österreichischen Staatscredits, von demselben Kaiser Leopold zu Theil wurden, der die Juden aus Wien hatte vertreiben lassen, wären der schönste Triumph und die wohlthuendste Versöhnung, die den Opfern jener unheilvollen Ent- Schliessung das Schicksal hatte Vorbehalten können. ג) Gr. Wolf 58 — 60. 2) Ib. 105. 3) 6o f.

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