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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 167

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 167)
Language
German
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164 Stunden waren vordem durch die Juden gegen geringen Lohn an die* hunderttausend Gulden aufgebracht worden, jetzt war der zehnte- Theil gegen hohe Versprechungen nicht in Wochen zu beschaffen. Und Österreich brauchte Geld, mehr als jemals; der Credit war so erschöpft, dass die Einkünfte, die •der kaiserlichen Tafel zugewiesem waren, auf ein Jahr hinaus verpfändet werden mussten. Man hatte bald einzelnen Juden die niederösterreichischen Jahrmärkte geöffnet*); es fehlte den Behörden nicht an Gelegenheit, mit den Ausgetriebenen in Fühlung zu bleiben. Man hatte ja. auch den sündigen Stoff, den verschrieenen Krankheitserreger nicht vor die Thüre geschafft, sondern nur aus einem Wohnraum in dem andern getragen; es war leicht, den Wiener Juden in Mähren nahezulegen, dass sie ihr Heil jetzt wieder beim Kaiser versuchen möchten. Graf Breuner begab sich sogar zu einer Unterhandlung mit ihnen am 26. September 1673 nach Wischau in Mähren* 2). Bald berief man ihre Bevollmächtigten, im Geheimen allerdings, sogar nach Wien. Auf den 300,000 fl., welche die Juden für die Wiederaufnahme zu leisten hätten, bestand man allerdings immer noch und bekannte offen, dass man auf die Unterstützungsbeiträge aus Italien, Frankfurt und anderen Gemeinden innerhalb und ausserhalb des Reiches dabei rechne, da die Zurückberufenen das Wenigste dazu würden leisten können 3). Am Hofe musste man bemerkt haben, dass die Noth den Kaiser umgestimmt hatte. Wenigstens lauteten die Gutachten, die er jetzt bekam, ela er die Frage theologisch, politisch und finanziell geprüft wissen wollte, ganz anders, als die Inquisitionscommission sie gegeben hatte. Die theologische Facultät sah keinen Grund, der wider die Zulassung der Juden spräche, die Staatsmänner gaben gar nicht zu, dass diese einem ג) Bereits am 28. Juni 1673 wurde ihnen gestattet, die Jahrmärkte von Krems, Laa, Betz und Mistelbach zu besuchen s. Barth von Barthenheim a. a. O. 14. 2) G. Wolf 57. 3) Ih. 61. Die lächerlichsten Behauptungen über die Anerbietungen der Juden, denen man ein unstillbares Verlangen nach Wiedereinlassung in Wien zuschrieb, fanden Glauben. Während der Pest sollten sie 3000 jüdische Krankenpfleger nach Wien haben schicken wollen, wenn die am Lehen Bleibenden unter diesen nur weiter in Wien wohnen dürften s. Schudt I, 351• Während des Türkenkrieges 1683 hätten sie einige Tonnen Goldes vorzuschiess 311 sich erboten ih. Ygl, J. Chr. G. Bodenschatz, kirchliche Verfassung der heutigen Juden 1.187.

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