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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 166

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 166)
Language
German
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16? Höhe *and geberdeten sich als die Alleinherrscher des Marktes. Die ♦öffentlichen Sitten wurden nicht besser; man stahl nach wie vor 1). Man hatte den Behörden vor geschwatzt, wie die Juden die Mauthen betrügen; jetzt stellte es sich heraus, dass die Mautheingänge jährlieh um 15,000 fl. gesunken waren. Die Stadt hatte, wenn man die jetzt von ihr zu leistenden 14,000 fl. Toleranzgelder in Anschlag brachte, einen klaren Ausfall von 20,000 fl. jährlich zu beklagen, da von den Juden durch Steuern, städtische Mauth- und Brückenabgaben, Wein- und Biertaxen gegen 6000 fl. jährlich einkamen. Die Verluste der Bürgerschaft, des Handelswie des Handwerks¬ Standes, denen man den Anbruch des goldenen Zeitalters verkündet hatte, waren mit Händen zu greifen. Auf rund 25,000 fl., d. i. eine halbe Million fl. Capital, berechnete die Hofkammer den Schaden. der Bürgerschaft durch den Ausfall an Miethzinsen für die leerstehenden Gewölbe, die Verringerung im Absatz der Lebensmittel, den Wegfall im Verdienste der Kaufleute und Zünfte. Dabei waren die Werthe nicht berechnet, die durch den Handelsverkehr der Juden geschaffen wurden. Durch den Mangel an Unterhändlern stockte alle geschäftliche Regsamkeit; Artikel, die früher einen Markt hatten, fanden keinen Preis, die Verwerthung der gebrauchten Gegenstände hatte aufgehört: an der Uhr des Wiener Handels war die Unruhe ausgebrochen worden. Wie Montesquieu s Wilder, hatte man despotisch den Baum gefällt, um seine Frucht zu pflücken; er war im Handumdrehen nicht wieder zu ersetzen. Aber noch weniger als Stadt- und Land vermochte der Staat den Schaden zu ertragen, den man ihm zugefügt hatte. Auf 40,000 fl., d. i. ein Capital von 800,000 Gulden 2), bezifferte die Hofkammer selber den Ausfall an Steuern und Gefällen, Aufschlägen, Mauth- und Zollabgaben, die von den Juden jährlich eingegangen waren. Aber härter noch ward die Stockung des Staatseredits empfunden, der seine Alchymisten, seine Goldbeschaffer eingebüsst hatte. In 24 ג) G. Wolf 99. Dass der Diebstahl sich an keine Confession bindet, bewies übrigens der Hofkaplan der Kaiserin Eleonore, Tullius Bonhomius, der am 21. Januar 1650 dem Juden Eröschel silberne Löffel, Messer und Gabel. ein Oel- und Salzbüchslein stahl s. Th. Wiedemann, Geschichte der Reformation usw. V, 66. 2) Aus den 80.000,000 fl. bei G. Wolf 101 erklärt sich wohl der decimirte Irrthum bei B. Weiss II, 229, dass das Land »durch die Abschaffung der Juden um 8 Millionen Gulden ärmer geworden«. ׳11

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