Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 164)
- Language
- German
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161 sich nicht einstehen; kaum ein Fünftel dieser Steuer war von da aus zu bedecken. Kirche, Friedhof und Pfarre hatten einige Hauser verschlungen, zwölf der schönsten hatten die Gläubiger der Juden selber abgelöst, Georg Winkler war ein Fränkelsches Haus von der Commission »verehrt« worden *), drei gegen die Haide zu gelegene Häuser waren zum Zuchthause eingerichtet worden, das der Kaiser am 15. Januar 1671 genehmigte und am 13. Juli darauf privilegirte * 2), der grösste Theil stand leer, die wenigen, die verkauft worden waren, hatten der Stadt Schuldner aufgeladen. Da wurde den Bürgern ob des erflehten Segens bange, man fluchte dem Magistrat, der gedankenlos und freventlich Wien in eine unnöthige neue Schuldenlast gestürzt hatte, statt der Beute, die man zu theilen gehofft, war Verstimmung und Unmuth zurückgeblieben und, wie es immer zu gehen pflegt, wenn zwei zu einem schlimmen Handel sich verbinden, Magistrat und Hofpartei schoben sich gegensei־ tig die Schuld an der Verlegenheit zu; in der Bathsstube fielen harte Worte darüber, dass man vom Hofe aus nicht alle Verspre־ chungen gehalten und die Stadt in die Übereilung nur hineingestossen habe3). Am 10. Mai 1680 nahm die Stadt die trostreiche Mittheilung ihres nachmaligen Bürgermeisters, damals Oberkämmerers Simon Stephan Schuster zur Kenntniss, dass sie bis dahin bereits bei ihrer Unternehmung mit einem Verlust von 52,858 fl. 20 kr. abschliesse 4). »Es befindet sich aber eine solche Armuthey vnndt Elent«, so schrieb Schuster an den Bürgermeister und Rath wiesen, die Häuser der Leopoldstadt »in ein ordentliche Einlag* zu nehmen«. Archiv der Stadt Wien s. s. 29/!6t2. 0 Hach der Abrechnung Stapifer von Stapffenbergs über die Leopoldstadt im Stadtarchiv s. s. 27/igso• 2) Weschel 309 f. und Urkunden Xr. XXIY. Hie Legierung hatte früher bereits mit Hr. Becher über die Errichtung eines Zuchthauses verhandelt und ihm die Erage vorgelegt, ob auch Xichtkatholiken könnten aufgenomiften werden, worauf er antwortete :;»Und wird in allen Ergastulis dieses observirt. dass so wohl Juden als Christen / und wess Grlaübens sie seynd / dahinein gezogen werden« s. Becher a. a. 0. 644. Am . 3. Mai 1671 schliesst Kollonitsch mit Br. Becher den Vertrag für ein Arbeitshaus in Wiener-Xeustadt ib. 649 .ff., was. Maurer entgangen ist. 3) Xach dem G-utachten der Hofkammer bei G. Wolf 100. 0 Archiv der Stadt Wien s. s. 26/igso• Kaufmann, die letzte Vertreibung. 11