Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 160)
- Language
- German
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157 schmied Peter Bachmeyer zu diesem Zwecke angefertigt hatte 1). In zwei lateinischen Weiheinschriften verkündete sie das Ereigniss des Tages; an dem der erste Stein zur Kirche Leopolds, des Markgrafen von Österreich, gelegt wurde; ein Propheten wort (Jes. 7, 11) wurde dazu missbraucht, das alte Gotteshaus eine Bäuberhöhle zu nennen. Über dem Haupteingang der neuen Kirche ward eine Platte aus rothem Marmor angebracht, welche in lateinischer In- Schrift mit Goldbuchstaben 2) die Kamen des Kaiserpaares, des Bischofs Wilderieh und des Bürgermeisters Springer verewigte, unter deren Herrschaft der grosse Wurf gelungen war. Zwei Kapellen und ein Glockenthurm, die angebaut wurden, sollten auch die Gestalt des alten Baues vom Grunde aus abändern3). Fünf Judenhäuser rund um die Synagoge wurden abgebrochen, um Baum für den neuen Kirchhof zu gewinnen; David JiidFs Wohnung wurde zur Pfarre erweitert4)• Johann Ignaz Arnezhofer, der vier Jahre bei Kollonitsch Kaplan gewesen und auch bei der jüdischen Commission verwendet worden war, wurde am 13. September 1671 als der erste Pfarrer von St. Leopold bestellt 5)* An die sog. alte Synagoge trat die Verwandlung erst später heran. Erst am 18. März 1675 wurden die kaiserlichen Bäthe Schlezer und Georg Ehrenreich Ennsspaum vom Magistrate angewiesen6), darüber zu berichten, was »zu auslöschung der Juden gedechtnuss vnndt hingegen Einpflanzung des mehrern Nuzehs bey der Christlichen Gemain« mit diesem Gebäude zu beginnen sei. Das jetzt nieder gerissene Margarethenkirchlein bei den Weissgärbern, das der Schutzpatronin und dem Andenken der Kaiserin Margaretha, dieser Seele der Judenaustreibung, gewidmet war, erhob sich an Stelle und aus den Trümmern dieser alten Synagoge 7). ב) Weschel 296 f., falsch Realis 44 f. v. G-ebsattel spricht von einem Goldstück von 100 Dukaten. Vgl. S. G. Stern a. a. 0. 105. 2) Weschel 298 f.; Maurer 429 n. 13. °) Nach der Depesche v. Gehsattels vom 24. Juli. ף Weschel 295. 5) Ib. 299. c) Archiv der Stadt Wien s. s. 18/1675. ד) K. TFss a. a. O. II, 204; Maurer 42. Wagenseil, tela ignea Satanae 72 berichtet, dass Zacharia Halewi’s Klause (s. obenp. 67. n. 1) auch in eine Kirche verwandelt worden sei, keineswegs aber, dass dies die Margarethenkirche gewesen. wie Grätz X. 265 annimmt. Wage 11,seil\s Angabe wiederholt wohl nach