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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 159

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 159)
Language
German
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156 aKertiebften Sara 51t refolbiertt, bie Igat una cum filio, ba& ift bie Synagog mit i^rert j^tnöertt aufeujagen«. So musste die heilige Schrift selber ihre Kinder schmähen helfen. Aber Kollonitsch gieng in seinem Eifer noch weiter, er vergass, dass er in einer Kirche predigte, nicht eine Verhandlung mit Ausschluss der Öffentlichkeit leitete. All die Laster und Schamlosigkeiten, die hasstrunkene Verfolger aus dem eigenen Schmutze den Juden vorwarfen x), wurden hier behaglich benannt und geschildert, so dass »Sr. Ehrwiird. das gegenwärtige Frauen-Zimer um Verzeihung gebetten / dass er genöthiget würde mit derlei verdriessliche Sachen ihre keusche Ohren zu ärgern«2). Alle angeblichen Lästerungen gegen den Christenglauben, die vor der Inquisitionscommission den Juden zur Last gelegt worden waren, wurden hier noch einmal wie ein Eeuerbrand den Ausgetriebenen nachgeschleudert. Die jüdische Gelehrsam־ keit, die der Prediger als Inquisitor erworben hatte, war gering, der tapfere Degen sprach vom Talmud als von einem neuen Buche, aber was zu beweisen war, hatte er bewiesen; Abraham und Sara waren gerechtfertigt. Montag am 18. August früh fand die Einweihung statt, durch welche die neue Synagoge in die Leopoldskirche verwandelt werden sollte. Die Stadt als Patron hatte den Kaiser eingeladen 3), den Grundstein zu legen, der Dedication beizuwohnen, den Tag der Feier zu bestimmen und dem Altar und somit der Kirche und der neuen Stadt den Namen zu leihen. Mit einem Gepränge, wie es das jetzt entvölkerte Ghetto nie vorher gesehen hatte, erschien der Kaiser mit dem ganzen Hofstaate, von den Botschaftern aller frernden Länder umgeben 4). Der Bischof von Wien leitete die Feier. Der Kaiser senkte mit eigener Hand die 68 Kronen in Gold schwere Denkmünze in den Grundstein, die der kaiserliche Kammer-Gold- ג) Die unsinnige Masslosigkeit der Verläumdungen kennzeichnet die Angäbe allein, »dass viel hundert (christliche) Kinder in w eilig Ja 11r e n bey ihnen verborgen / beschnitten / und auf Jüdische Art erzogen worden« s. Schndt I, 349. Dass die Wiener Juden gegen die Imput-irung dieser Schandthaten beständig protestirren, bezeugt׳ihnen später die Hofkammer s. Gr. Wolf 98. Yon den 300 fl., die jeder abziehende Arme erhalten, weiss nur Kollonitsch. a) Schudt I, 349. s) Archiv des k. k. Ministeriums des Innern s. d. 4) Nach v. Gebsattel's Bericht vom 21. August 1670 und nach der Depesehe des venezianischen Gesandten vom 23. August 1670 (a. a. 0. p. 479),

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