Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3122061-3122082--1630-3123806- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
liehen Vaterstadt dem eigenen gesellend, in ihren Unterschriften im Leben und im Tode, auf dem Markte wie in der Litteratur. Noch auf den Leichensteinen der Opfer sollte die Angabe: »Von den Vertriebenen Wiens« hinter dem Namen die Erinnerung an das unauslöschlich schmerzliche Ereigniss pflegen. Aber die Gemeinde Wien hatte auch nicht umsonst gelebt; R. Liepmann Heller, R. Sabbatai Hurwitz, R. Gerson Aschkenasi hatten nicht umsonst in ihr gewirkt, die frommen Werke, in denen Reiche und Arme in ihr wetteiferten, die Pflege des angestammten Wissens, das Studium des Gesetzes, hatten einen öffentlichen Geist der Treue und Glaubensfestigkeit gezeitigt, der in der Stunde der Noth kein Schwanken kannte und nicht leicht seines Gleichen ge־ funden hat. Die Geschichte hält ein verspätetes Gericht, sie hat noch nie den Gekränkten selber zu ihrem Rechte verholfen, aber noch den Staub der Unglücklichen mag es erheben, wenn die Wahrheit durch den Mund des schwedischen Ministerresidenten ihnen das Zeugnissausstellt ג) : »SD i e f e g ift allein 5 cfy ft e g g u u e r*' ttjunberu, b a f3 b n i e r 3 i n 4000 ©eelen n>eld;e inner־־ l;alb eineg!;alben fy* 3 ©migri rt bub nt eilt ft eg in Söfjeimb, 3Käf;ren bnbt ©d;lefiett f i d; fefeen in erben, nit ©ine gefunben toorben, lbeld;e nur fid; ein gefiel* let in biefer il;rer l;ö elften Srangfaa^l, baß fie 3 f) r e n ©lauben gebähten g u änbern, bnb bte 3? ei d; e •Jlatjrung j.u continuiren, inelc^eg bod; Einess auf! benen Motiuis, ft>eld;ef3 ©eine SDlaygtt. ju biefer Resolution abfonberlid; 23eft>egen«. In dieser Rotte von Giftmischern, Lasterhaften und Verbrechern, wie Kollonitsch, Tauben fluchend, nach dem Abzug sie zu nennen wagte, war Keiner so ehrvergessen, die Fahne seiner unglücklichen Brüder in der Stunde der Prüfung zu verlassen. Man konnte die Mauern der Gotteshäuser, die sich nicht zu helfen vermochten, in Beschlag legen, aber von denen, die darin den Gott Israels angerufen hatten, fand sich Keiner, der als Täufling das Fest der Kirchenweihe hätte mögen erhöhen helfen 2). Ohne Murren in Gottes Willen ergeben, waren sie fortgezogen. Wie um sie vollends zu vernichten, waren Gerüchte ב) In seiner Depesche vom 24. Juli 1670. 3) Am 15/2B. Januar 1663 berichtet das Diarium Europäern!! Cont. IX, 44 als Ereigniss von der Taufe eines Juden bei St. Stefan,