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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 151

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 151)
Language
German
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148 selber und die Leiden, denen man entgegengieng, wenn die Todten noch verwaisen, ihrer Annehmer beraubt werden konnten. Viel herzbewegende Jammerscenen hatte der stille Ort gesehen, aber nie ergreifendere als den Abschied, den jetzt die Vertriebenen von seinem Staube und seinen Steinen nahmen. Dass sie nimmer wieder die Stätte sollten betreten dürfen, wo ihre Nächsten ruhten, nimmer hier das Herz sollten ausschütten können in Leid und Freud an den Gräbern ihrer Fürbitter, das war die Aiiswurzelung aus der Heimath, das greifbarste Zeichen der schmerzlichen Verbannung aus dem Vaterland. Hier dachten sie dereinst zu ihren Vätern eingetlian zu werden, unter diesem Boden hatten sie den Versammlungsort der Gemeinde erblickt, die jetzt zerstieben und versprengt werden sollte in alle Windrichtungen. Was es bedeutet, heimathslos zu werden, hier überkam es sie in seiner vollen Furchtbarkeit, wenn sie sich sagen mussten, dass sie fortan ohne die Gräber der Ihrigen in der Fremde zu weilen werden verurtheilt sein. Alle bedrückte ־ die Sorge, wie sie den Schutz des Gottesackers aus der Ferne würden sichern können, aber Niemand schwerer als die Söhne Koppel Fränkls. Sie hatten den Vater in die Erde betten müssen, die ihnen fremd geworden war, jetzt sollten sie fortziehen, ohne den Denkstein ihm aufrichten zu können. Sie waren im Scheiden noch die Woldthäter der zertrümmerten Gemeinde. Mit vollen Händen hatten sie gespendeten der öffentlichen Notli, jetzt waren sie im Begriffe, den abziehenden Glaubensbrüdern das beglückendste Geschenk zu maclien, die Sicherung des Friedhofes. Wohl war es nicht mehr Zeit, die Sache zum Abschluss zu bringen, aber die Verhandlungen mit der Stadt waren eingeleitet, die Bedingungen festgestellt, unter denen die von Wien den jüdischen Gottesacker unter ihre Obhutli nehmen wollten. Freudig versprachen und hinterlegten die Brüder Fjänkl die Summe von 4000 Gulden, welche die Stadtväter forderten 1). Nur Ein Bediensteter der jüdischen Gemeinde sollte diese in Wien überleben, ein Christ, der Friedhofswärter Balthasar Osterliammer. Seine Eltern hatten bereits das Häuschen auf dein jüdi- ]laben solten, und solle also aller Judenthum aus der Statt ausgereutet werden« s. Iüievenhiller Annalium Ferdinandeorum VIII, 758. ג) Den Eevers über die 4000 fl. stellte die Stadt erst am 12. Juli 1671 aus s. G. Wolf, Geschichte 266 Nr. XXXI. Der Vertrag mit der Stadt kam am 21. Juli 1671 zu Stande,

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