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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 126

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 126)
Language
German
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123 Kollonitscli ward in dem Kaiser seine ohnehin wenig freundliche Gesinnung gegen die Juden zu einem Unwillen gesteigert, dass das Vernichtungsiirtheil gegen einige Tausende dieser seiner Unterthanen fertig an seinen Lippen hieng wie eine Frucht, die zum Abfallen reif geworden ist. Am 27. Februar 1670 brach der Tag heran, an dem der längst beschlossene Streich auf die der kaiserlichen Ungnade verfallenen Häupter der Juden nieder sauste. Im geheimen Conferenzrathe waren unter dem Vorsitz des Kaisers versammeltx): Als erster Geheimrath Fürst Lobkowitz, der Obersthof־ meiste!• der Kaiserin, Ferdinand Fürst Dietrichstein, Graf Schwärzenberg, der Prager Oberstburggraf Bernhard Ignatz Graf Martinitz, die Seele der Untersuchungsgerichte in der ungarischen Verschwörung, Johann Graf Rothai, der böhmische Hofkanzler Graf Hartwig von Nostiz, der Obersthofmarschall Heinrich "Wilhelm Graf von Starhemberg, der Hofkammerpräsident Georg Ludwig Graf von Sinzendorf, der Oberststallmeister Graf Gundacker Dietrichstein, der innerösterreichische Statthalter Graf Conrad Balthasar Starhemberg, der Obersthofmeister der Kaiserinwittwe Eleonore, Graf Albert Sinzendorf, Hofkanzler Hocher und Baron Schiding. Der Sekretär Johann Georg Koch fungirte als Referent. Martinitz hatte man eigens aus Prag zu der Berathung kommen lassen * 2). Einer fehlte: Fürst Auersperg; er war der Ungnade des Kaisers verfallen, am 10. Dezember 1669 vom Hofe verbannt worden 3). Die Commission hatte diesmal in ihrem Memorial den Kaiser nicht mehr durch Gründe zu einem Entschlüsse zu bestimmen, sondern einfach an seine Resolution vom 19. Juni 1669 zu erinnern und die von ihr getroffenen vorbereitenden Massregeln darzulegen. Für die Wahrung des fiscalischen Interesses wies sie auf das Angebot der Stadt Wien hin, für die Deckung der privaten ckristlieben Forderungen auf die bei Christen aushaftenden jüdischen Darlehen. Kur Eines schien denn doch noch vor dem Kaiser eingehenderer Rechtfertigung bedürftig, der Beschluss nemlich, die Gemeindeschulden aus dem Vermögen einzelner Reicher zu zahlen. Hier begnügte man sich nicht darauf hinzuweisen, dass sie alle- ג) Nach dem Protokolle Kochs im Archiv des k. k. Ministeriums des Innern. Die Vornamen und Aemter habe ich zum Theile selbst ergänzt. 3) Nach dem Berichte Hoffmanns von Hoff'mannswaldau. 3) Adam Wolf, Kürst Wenzel Lobkowitz 198.

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