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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 123

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 123)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122082--1598-3123774
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120 einzige Quelle dieser Gegnerschaft gelten, die übrigens mit den Juden alle Hof befreiten und alle Mitglieder oder sog. Verwandten der Niederlage tlieilen müssen. Diese hatten 50,000 Gulden dafür angeboten, wenn man die Concurrenz der J uden ihnen ab wälzte, sie aber verlangen ahnungslos, dass man nur Jene darüber vernehme, »ob die Juden der Handlung mehr beflirderlich, alss verhinderlich seyen«. Dem Kaiser war kaum ein Wort zu ihrer Vertheidigung vorgetragen worden, sie aber sprechen nur von dem unzeitigen Eifer einiger Personen, welche »die opinion gefasset, dass die Juden kheines weeges zu toleriren.« Gegen den Anwurf der Kuppelei und Unsittlichkeit, der gewaltsamen Beschneidung von Christenkindern ג) und was der Verbrechen mehr waren, die man, von Niemand eine Widerlegung fürchtend, leichten Mutlies auf sie gehäuft hatte, haben sie auch nicht ein Wort der Vertheidigung; sie ahnen einfach nicht, wie erfinderisch der Lügengeist sie an־ schwärzte. So überzeugt, Nichts verschuldet zu haben, wofür sie gleichsam von einem langsamen Feuer verzehrt zu werden verdienten, beschwören sie vielmehr den Kaiser, sich ihrer »alss gleichwohl von Gott erschaffener Menschen« zu erbarmen, sie bei den durch ihn selbst bestätigten Privilegien zu schützen und so ihren Credit zu heben und ihre alte Zahlungsfähigkeit im Interesse des Staates und aller ihrer Gläubiger wieder herzustellen. Aber dem langsamen Feuer, über das hier die Judenschaft klagte, sollte bald ein rascheres folgen. Wenn überhaupt jemals im Herzen des Kaisers die Neigung bestand, seinen einmal gefassten Beschluss rückgängig zu machen oder durch die Opfer, die er bereits gefordert, erfüllt zu betrachten, so musste bei seiner und der Kaiserin Denkweise ein unglückseliges Ereigniss ihn jetzt wieder umstimmen. Auf den so rasch nach der Geburt hinweggerafften Krönprinzen war wohl ein zweites Kind gefolgt, aber eine Tochter, Maria Antonia. Ungeduldig und gespannten Blickes begleitete man jetzt am Hofe die neue Hoffnug der Kaiserin auf einen Thronfolgeiv Aber umsonst waren die Horoskope gestellt worden. Bei den Festlichkeiten zu Ehren der an den neuen Polenkönig Michael Wisnowiczky verheiratheten Stiefschwester des Kaisers, Eleonore, *) 6r. Wolf, die Juden i. d. L. 81. Nach der Depesche v. G-ebsattels vom 10. Oct. 1669 beschäftigte damals die "Wiener Theologen die ]Frage, oh die Zwangstaufe, die eine christliche Dame an einem kranken Kinde im Ghetto vornehmen liess, gültig sei.

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