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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 118

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 118)
Language
German
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115 machen. Es blieb nicht nur bei den alten Beschlüssen der Commission, sondern es folgten alsbald neue. Für den Rabbiner und wenige Greise und Kranke hatte man eine Ausnahme gelten lassen *), dafür wurde über 293 bisher verschonte Juden und Jüdinnen neuerdings die Austreibung verhängt * 2), der Apparat der Edicte und Rufe von Neuem in Bewegung gesetzt. Bereits am 29. August ward den Judenrichtern aufgegeben, »wie hievor bey der ersten ausschaffung geschehen«, die nothwendigen Massregeln zu treffen. Und als wäre es des Hasses und der Schrecken noch nicht genug gewesen, liefen jetzt auch noch aus Prag Klagen ein, welche die Abschaffung nach Wien geflüchteter Störenfriede und Unruhestifter, die man aus Prag verjagt hatte, von der Regierung forderten. Dort hatte der unfreiwillige Steuerdruck wie zur Zeit Liepmann Hellers immer noch Unzufriedenheit erweckt, zu Streitigkeiten und Angeberei Ursache gegeben. Israel Marcus Schlesinger 3), Löbl Straschitz, der alte Lazar Töplitz und sein Sohn Salomo waren mit einem grossen Anhang als Stänkerer und Händelsucher aus der Stadt gewiesen worden und drohten jetzt, nach alter Praxis, die Juden beim Hofe in Wien anzuschwärzen. Auf die Bitte des Prager Vorstandes4) vom 19. August 1669 wandte sich am 21. die böhmische Kammer an die Hofkammer zu Wien, damit diese daselbst nicht geduldet und an der Ausübung ihrer Ränke verhindert würden 5). Das war ein neuer Blasebalg des ohnehin bereits heftig genug lodernden Brandes gegen die Juden. Vier Wochen nach der ersten Resolution war, so wie um den Geängsteten alle Hoffnug zu nehmen, die zweite erfolgt, die wieder an dreihundert Unglückliche in Noth und Verderben hinausstiess. Schauernachrichten vraren unterdess von den ersten Vertriebenen ג) »Bis auf etliche wenige«, wie es in dem G-esuche der Juden an den Kaiser hei Schndt I, 345 heisst; das Nähere sagt das spätere Gesuch im Raudnitzer Archiv s. s. — 2,-» 6. 2) Schlager, a. a. O. 260 wird der Ruf mitgetlieilt, »dass sich Inner 14 Tagen widerumb 293 s[exus] v[triusque] Juden von hier auf Ewig hinwegbegeben sollen«. a) Aus S. Hock’s auf dem gesammten Prager Epitaphienmaterial ruhenden Notizen vermag ich nur die Erau Altschuls, Pessel, Tochter des greisen Jona Zoref, nachzuweisen. Sie starb Freitag den 11. Nisan 1672. 4) Im Archiv des k. k. Ministeriums des Innern im Original vorhanden. &) Ib. Ygl. Gr. Wolf 47**. 8*

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