Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 106)
- Language
- German
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103 gen Vormauer ihres Schutzes sich gezeigt batte. Es bagelte von Anklagen gegen die einmal dem Untergange Geweihten, Gründe ohne Zahl forderten ihre Vertreibung. Weitläufige Brandschriften eröffneten den Sturmlauf, zu dem die Stadt ihren Heerbann, Gewerkschaften und Handelsleute, aufgeboten hatte. Die Niederlage, wie man die Vereinigung der in Wien ansässigen ausländischen Kaufleute nannte, ergriff mit Freuden die Gelegenheit, an der Befreiung von so eifrigen Concurrenten redlich mitzuhelfen, zumal hier die Schulweisheit der Zeit mit dem treibenden Interesse des Marktes sich begegnete. Sah doch selbst Johann Joachim Becher, damals der Volkwirth und die Handelsyorsehung Osterrreichs, in den Juden nur gemeinverderbliche Propolisten. deren Mitbewerb der Staat nicht zu dulden brauchte 1). Eine unerhörte Opferwillig- ב) Wilhelm Roscher in HildebrancVs Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik II, 49 n. 30. Becher's Aeusserungen in seinem Politische Diseurs 3. ecl. (Frankfurt 1688) II c. 24 p. 218 lauten : »das erste propolium, so dem Hande! Schaden thut / verursachen die Juden /... die Juden anhelangend / so ist gewiss / dass selbige Leut der Gemeind höchstschädlich sind / und wo sie hinkommen / allen Handel mischen und verderben / dann sie sind Leut / welche auff einen Heller gehen / Krafft des Reichsschluss grösser Interesse nehmen / durch ihre Smiralia intant bey der Obrigkeit seyn / die revers / so sie den andern Kauffleuten nicht zum Schaden zu handlen gegeben / nicht halten / heimlieh alles ausslautfen / und wo ein Heller profit zu thun / den Christen vor dem Mund wegnehmen / lieber mit Schaden kauften und verkauften / als die Christen etwas gewinnen lassen / liederlich / und gantz gering leben / keine rechte noch ehrliche Hausshaltung führen / derohalben ihre Sachen bessers Kaufl's geben können / die verdorbene Güter zu repariren / und an Mann zu bringen wissen / und schier allen Handel an sich ziehen / und sich mit einmischen / sie handeln mit Wein / Brandewein / Fleisch / Schmaltz / Seiden / Leinen / Tücher und Bücher / ja was noch mehr ist / so haben sie nit allein das propolium hierinnen / sondern auch etlicher Orten das Monopolium: zu Venedig verkaufen sie allein den Schnuptaback / andrer Orten den Trincktaback / da doch kein Ding ist / den Christen eher damit zu vergeben [= vergiften] / als dergleichen Waare : auch sind sie nit allein zu frieden mit den Städten / sondern lauffen das gantze Land auss / mit einem Wort / wo Juden sind / da ist vor die Christliche Kaufleut wenig zu thun / dann sie haben das propolium / und könnens habe / dan sie könen um einen Kreutzer leben / da ein Christ nit mit einem Batzen kan zukörnen / thun also die Juden nit allein den christlichen Kaufleuten / sondern auch den christlichen Käufern Schaden / welche sie mit liederlicher Waar belügen und betriegen : das eintzige ist / was die Juden-Patroni vorwenden / nemlich die Juden thun den benüthigten Christen viel guts / indem sie ihnen auf Pfänder leihe und aus ihre Nöthe helfen / sc. wie der Teufel den Zauberern auch hilft /