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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 107

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 107)
Language
German
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…/3122061-3122082--1582-3123758
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104 keit wurde dem Fiscus entgegengebracht, Stadt und Mederlage wetteiferten in Anerbietungen für die kaiserliche Kasse; alle versiegten Quellen begannen zu springen und zu plätschern, als die Botschaft von der Absicht des Kaisers wie ein Lauffeuer sich verbreitete. Schon schwelgte man in dem Gedanken, alle siebzig Kaufläden, welche die Juden in der innern Stadt besassen, und all den Absatz, den die Gewölbe im Ghetto und der Strassenhandel dem christlichen Erwerbe entzogen, in die Hände zu bekommen. Und selbst die, welche von dem Unglück der Juden Mchts zu hoffen hatten, wollten hinter den Besitzenden an Schadenfreude nicht Zurückbleiben und so viel wenigstens gewinnen, dass sie jetzt ungestraft ihr Müthchen an den Verfolgten kühlen, der Rohheit die Zügel schiessen lassen dürften. Zum vierten Male binnen der letzten Jahre musste noch 1668 ein Ruf ergehen, dass bei Leibes- und Lebensstrafe sich Keiner unterstehen solle, einen Juden etwa mit Schlägen, Stössen oder andern Ungelegenheiten zu tractiren 1). Die Commission aber braute mittlerweile in aller Ruhe aus dem Gift der verschiedenen Anklageschriften einen Trank, der selbst einem weniger befangenen Gemüthe als dem Kaiser die Besinnung zu rauben geeignet war. In den von ihr zusammengestellten »Ursachen, warumben die Judenschafift von ־Wien abzuschaffen wäre« erscheint diese Austreihung als ein unabweisliches gottgefälliges ־Werk, für das in erster Reihe schon so viel fromme Gründe sprechen, dass alle übrigen fast überflüssig werden. In ihrem Bestellung verrathenden Eifer beweist sie freilich zu viel, indem die angeblich so gefährliche Pest der Menschheit am Ende als ein armes Häuflein sich herausstellt, das durch Sparsamkeit den Christen Wohlfeilheit der Waaren sichert, unbedingten Vertrauens beim Adel und des Einverständnis J ses mit hohen Würdenträgern der Armee sich erfreut. Die Commissäre, unter denen wohl kaum Einer hebräisch auch nur lesen konnte, hatten ein jüdisches corpus juris 2) vor sich, aus dem ihnen der Beweis aufgegangen war, wie den Juden durch ihr Gesetz jedes Verbrechen gegen Christen gestattet sei. So bestand das Beweismaterial aus geglaubten Unwahrheiten und unglaublichen Lügen. wan er sie aus der Gefängnuss bringt oder Geld gibt / nemlicb. dass er sie nur allzeit mebr auff seine Seiten bringe.« נ) Schlager a. a. 0. 259, a) Gr. Wolf p. 80.

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