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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 105

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 105)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122082--1580-3123756
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vill Juden umb das ihrige gebracht, theils andern nach dem Leben gestrebt und alle insgesambt tyrannisch beherrscht hat.« Man hatte für den 1. September 1668 eine Crida, d. h. Berufung seiner Gläubiger angeordnet, dieselbe durch einen Ruf in der Synagoge und durch öffentliche Plakate verkünden lassen und auf diese Weise ermittelt, dass seine gesammten Schulden sich auf 14,000, höchstens 16,000 Gulden beliefen. Da sein Vermögen mindestens 50,000 Gulden betrug, so blieb nach Deckung der Gläubiger und Abzug der 20—25,000 Gulden Strafgelder, die der Kaiser ihm auferlegte, so wie der für die Commission bestimmten »recompensen« immer noch sogar Etwas übrig, was künftighin zu seinem Unterhalte dienen konnte, selbst wenn von seinen übrigen Forderungen und angeblich noch verborgenen Ueichthümern Nichts mehr *zu Tage kam. Als Haftort wurde Schottwien vorgeschlagen. Eben so mussten noch Ascherl und Schlesinger zurückbehalten werden , da Gläu•■ biger zu befriedigen und die vom Kaiser verlangten Strafgelder zuvor abzutragen waren. Nur Veit Munkh, der Nichts hatte und von allem Anfang bei der Flucht aus Polen ohne polizeiliche Erlaubniss in Wien geblieben war, wurde sogleich »weggeschafft.« Von einer Keduetion der Judenschaft glaubte aber die Commission dem Kaiser abrathen zu sollen, da sie weder in Österreich unter der Enns noch in der Hauptstadt zu dem eigentlich ersehnten Ziele führen werde; ihr Gutachten gipfelte vielmehr darin, dass »die Ausschaffung der Juden in genere« zu beschliessen sei. Mancher unter den versammelten Käthen mag mit sauersüsser Miene dieser Entscheidung zugestimmt haben, gegen die lauter noch als das Staatsinteresse die Kiicksicht auf den eigenen Vortheil sprach, allein es galt nun einmal, offene Thüren einzustossen, den Entschluss des Kaisers durch Gründe zu stärken und zu fördern. Bezeichnend für ihre Gesinnung spricht die Commission von ihrer »wohlerwogenen christlichen Meinung«; das Bewusstsein, dass es im letzten Grunde eine Sache des Glaubens war, die da zum Austrag kam, lieh wider Willen und unvermerkt den Staatsmännern die Sprache eines geistlichen Verfolgungstribunals. In Wien sann und sprach man über nichts Anderes als über die Ausschaffung oder, wie man lieber sagte, »Austilgung« der J uden. Wie Belagerer auf eine Bresche, so stürzten alle Neider und Übelwollenden der Juden jetzt auf den offenen Punkt, der in der einzi-

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