Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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draussen lauerte, genügte es, dass die Anklage wieder da war. Was brauchte es der Beweise? Konnten sie nicht erbracht werden, dann hatte das Geld der Juden sie aus der Welt geschafft. Wo kein Glaube an die eigenen Sichter besteht und das Vorurtheil richtet, bevor das Urtheil gesprochen hat, ist die Schuld erwiesen, sowie der Verdacht sich erhoben hat. Das Verbrechen der Juden war nicht mehr hinwegzutilgen, man glaubte das Secht zu haben, fortan sie als Mörder an den Stufen des Thrones zu brandmarken. Am 11. September 1667 war Hirschei Meyer mit sieben Mitgliedern der jüdischen Gemeinde nach Wiener-Neustadt ins Gefängniss gebracht worden; weitere Opfer seiner Verläumdungen folgten nach. Unter ihnen befand sich auch Samuel Phöbus, der Sohn Juspa Cohens, der als Gemeindeschreiber allen Vorgängen und Umtrieben, wie man annahm, nahe gestanden haben musste 1). Von einer Schädigung der fiscalischen Ansprüche konnte nicht länger die Rede sein. Man hatte Hirschei Meyers Vermögen sofort mit Beschlag belegt, und wie übertrieben auch die Berichte über die Vorgefundenen Reichthümer klingen 2),jedenfalls hinreichende Deckung für alle etwaigen Ab- *) Samuel Phöbus Cohen hat der Unschuld der Gemeinde nachmals in unzweifelhaften Worten das schönste Elirenzeugniss ausgestellt im Vorwort seines עיר קודש וינא והמחוזות .היו אה״כ לביזות באש מחלוקות : לקט שמואל תוקד בקרבם כי הלכו בשרירות לבם ■ חלק פתחון פה נתנו לבעל דין לחלוק כי רובם ככולם נהנו כשורה חכמים ונבונים יודעים את התורה גדולי בעלי צדקה בעלי צורה הארץ מכבודם האירה לא היה בהם פנימה וחבירה רק איזו אנשים קיוו לעשות ענבים ויעשו באושים התעוררו בלבולים ישנים והדשים וכמה נקיים וטהורים נלכדו בעלילות דברים וגם אנכי באשר ספרא דמתא הייתי על ריב לא לי בעסקי ביש נתפסתי באסורים שנים עשר חדש ממש משעה לשעה וזכות הכלל אשר בעדם סבלתי וזכות אבותי הקדושים עמד לי כי שמע ה׳ בקולי ונתן בלב אדון הגדול חקירה לפטור אותי. 2) Angeblich waren bei Hirschei Meyer 8700 Ducaten in specie, 40,000 Gulden Kleingeld, Binge und Kleinodien im Werthe von 16,000 Gulden, eine Perlenschnur und 3000 Ducaten im Brunnen gefunden worden, von Silber und sieben damals noch uneröffneten Gewölben ganz abgesehen. Die Lügenhaftigkeit dieses Berichtes zeigt sich in dem Theile, dessen Angaben controlirt werden können. Es soll hiernach Hirschei Meyer in 23 Jahren den Kaiser um zwei Millionen und 200,000 Gulden Contributionen betrogen haben. Nun erscheint er aktenmässig zuerst 1652, kann also nur 15 Jahre sein Amt bekleidet haben. Eine Summe von der angegebenen Höhe haben aber die Contributionen der Juden während des ganzen Bestandes ihres Ghettos im unteren Wörth zusammen nicht betragen. Auch beweisen die zahlreichen Gnadenacte des Hofes gegen ihn, dass er sich eines Unterschiedes gegen den Eiscus niemals schuldig gemacht hatte.