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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 100

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 100)
Language
German
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…/3122061-3122082--1575-3123751
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97 liehe Arbeit der Silberschmiedekunst im Gewichte von 28 Mark oder 14 Pfundx), ein stummberedter Ausdruck für den heissesten Wunsch des Kaiserhauses huldvoll angenommen worden zu sein, allein die aus Aberglauben und Vorurtheil gemischte Gesinnung der Kaiserin war nicht zu ändern. Aber ahnungslos, wie Opfer es zu sein pflegen, wandelten die Juden Wiens am Rande ihres Abgrunds. In der allgemeinen Freude der Bevölkerung waren auch sie wieder zuversichtlich geworden und wagten sogar auf Gerechtigkeit zu hoffen, die Huld * des Kaisers und seiner Behörden um Schutz gegen den Druck in der eigenem Mitte anzurufen. Hirschei Meyer 2) war nemlieh wieder allmächtig. Allgemach hatte er zum Generalsteuerpächter der Judenschaft selbst in Wien sich erhoben. Mit Vollmachten ausgerüstet, hatte er es verstanden, sich gefürchtet und furchtbar zu machen. Die Steuerschätzungen arteten in Schatzungen aus, man war hülflos seiner Willkür ausgeliefert, die Auflagen, auswarf je nach der Gnade oder Ungnade, die er die Mitglieder der Gemeinde wollte fühlen lassen. Als die Klagen gegen ihn, die man jetzt offen einzubringen wagte, bekannt wurden, verbrannte er die alten Steuerbiieher, um neue mit gefälschten Eintragungen unterzuschieben. Da soll er seine Freuncle als solche, die bezahlt, alle Anderen aber als Rückständige, sogenannte Restanten eingeschrieben und den Fiscus zu erheblichem Schaden gebracht haben. An einem Fluchtversuche verhindert, griff er wieder zu dem alten fluchwürdigsten Mittel, der Angeberei aus Rache. Jetzt sollten auf einmal wieder die Juden an der Ermordung des 1665 im Ghetto todt aufgefundenen Weibes betheiligt gewesen sein. Zwei Jahre waren verstrichen, seitdem die schuldlos verhafteten Vorsteher aus Mangel an Beweis hatten freigelassen werden müssen; ein Wort des Verläumders genligte, um sie wieder in den Kerker zu werfen. Für den Wahn, der 9 Vehse 11, 152. Nach Schudt IY, 1, 237 wäre dieses Geschenk erst 1670 der Kaiserin von der Wiener Judenschaft überreicht worden. Yon einer vortrefflich schönen silbernen Wiege, welche die Kaiserin 1669 von den Juden anzunehmen sich geweigert hatte, erzählt Brown bei Schudt I, 343. a) Diarium Europäerin! Oontin. XYII, 443, Theatri Europaei X, 758 und hiernach Schudt II, 204, IY, 1, 237 und 2, 57. Belehrend für die gewöhnlich durch Beibungen in der Gemeinde veranlassten Denunciationen in jener Zeit sind die Nachrichten aus Fürth bei Schudt IY, 2, 41, die an Hirschei Meyers Wiener Yorbild erinnern. Ygl. auch B. Gerson Aschkenasi’s BGA. 48. Kaufmann: die letzte Vertreibung. 7

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