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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 97

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 97)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122082--1572-3123748
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94 ner von Böhmen, Aron Simeon Spira, seine zuverlässigen Bundesgenossen in Österreich erblicken durfte. Aber R. Gerson war auch ein zu tiefer Kenner der Tradition, zu sehr von der Klarheit und Nüchternheit des am Talmud geschulten Denkens erfüllt, als dass er nicht unwillig sich hätte abwenden müssen, als die fromme Raserei trunkenen Muthes an den Gesetzen des Judenthums sich vergriff, die Fasttage abschaffte und der Überlieferung ins Gesicht schlug. Der Ruf R. Gersons als eines der spruchbefugtesten Depositare des jüdischen Gesetzes war auch zu Sasportas gedrungen, er durfte mit Recht von seinem Worte und seinem Einflüsse erwarten, dass er der Pest dieser Bethörung in seinem Kreise noch rechtzeitig werde Einhalt thun können. Er scheint die in ihn gesetzten Erwartungen gerechtfertigt zu haben. Keinesfalls hat er den blinden Irren, die an Sabbatai glaubten, eine Handhabe geboten, auch seiner Anhängerschaft sich zu berühmen; jedenfalls hat er es durchgesetzt, dass die Erschütterung des Glaubens aus Dummgläubigkeit, die Ablösung der Gesetzestreue durch die Schwärmerei in seiner Gemeinde keine Opfer zählte. Aber die Erregung der Gemüther war nicht leicht zu stillen; Sabbatai war längst zum Islam übergetreten, der Stein gleichsam längst auf den Grund gesunken, als die Wellenringe, die er aufgeregt hatte, noch im Wiener Ghetto sich ausbreiteten. Meir Isserls *) that noch 1668 Beruhigung darüber Noth, ob wirklich alle Hoffnung aufzugeben sei, aber wir erfahren auch zugleich durch die Antwort Mose Zacut’s aus Venedig, der Deutschland glücklich preist, wo niemals durch den Wahnglauben an Sabbatai die jüdische Religion verlezt worden sei, dass die Besinnung in der Wiener Gemeinde doch noch rechtzeitig eingekehrt war. Ln Ghetto von Wien hatte man zuletzt gejubelt. Nie war ein Gegensatz schneidender als der zwischen den Träumereien, denen man da sich hingab, und der Wirklichkeit, die sich vorbereitete. In Kaiser Leopold hatte mehr als unter seinen glaubenseifrigsten Jechiel Michel, ist in der Handschrift wohl als unleserlich weggeblieben. Die Unterschrift, die daselbst שמעון בכמההר lautet, ist im Druck f. 13b in שמעון בכמוה״רר יעקב זלה״ד, verballhornt. ג) Mose Zacut’s Antwort trägt in seinem Autograph die Überschrift: לחרב ר׳ מאיר מויינד! בתשובת אגרתו und das Datum: ויניציאה מ״ה למב״י שנת .[1668 =]

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