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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 78

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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75 die der Magistrat in der Tasche hatte, innezuhalten sei, klang vollends wie bitterer Hohn. Und doeb batte auch diese gewaltsame Beschreibung *) ibr Gutes haben können. Waren doch ihre socialstatistiscben Ergehnisse ganz dazu angethan, mit dem Wahne von den Reichthümern der Juden aufzuräumen, der damals wie zu allen Zeiten den Acker der Yorurtheile noch düngen half, den Race und Religion so eifrig bestellen. Unter den 111 beschriebenen und abgescbätzten Häusern der Judenstadt waren siebenundzwanzig baufällig. Dazu gehörten die meisten der 23 aus Holz und Lehm oder sogenantem Bundwerk aufgerichteten. Es gab Paläste darunter, die auf 70, 50 und 40 Gulden bewerthet wurden. Die höchste Summe, auf die aber auch nur ein einziges Haus geschätzt wurde, betrug 7200. Der Scliätzungswert des ganzen Ghetto belief sich daher Alles in Allem nur auf 137,290 Gulden, reichte also nicht einmal hin, die Schuldender Gemeinde zu decken. 21 Häuser erfreuten sich im Innern Eines Wohnraumes, der den Schmuck von Gipsa rbeiten an seinem Mauerwerk aufwies, 2 im Ganzen konnten sich des Luxus der Stuccatur berühmen, laicht die Hälfte trug Schindeldächer; nur 5 der voruehmsten Häuser waren mit Ziegeln gedeckt. Eine gewölbte Einfahrt, eine steinerne Stiege, die zu einem St ockwerk oder vollends zum Boden emporführte, ein mit Ziegeln gepflasterter Dachboden waren Merkmale besonderer Wohlhabenheit. Gewölbte oder aus Holz errichtete Verkaufs-Läden vor den Häusern und höchstens die dem frommen Bedürfnisse dienenden gebauten Laubhütten, die in 13 Wohnungen angetroffen wurden, waren die einzigen nicht gerade zu Wohnräumen dienenden Bauten, die man zu verzeichnen fand. Hier deutete Alles auf den harten Kampf des Lebens, Nichts auf Bequemlichkeit oder gar Üppigkeit. Die Gärten, die einst sich hier ausgebreitet hatten, waren verschwunden, die von baumbestandenen Rasenflächen umgebenen Pischerhäuser waren ein Pferch geworden. Zwei jüdische Familien im gesummten Ghetto hatten sich den Überfluss eines Lusthauses in ihrem Garten gönnen diirfen. Ja, es war sogar Ein Haus vorhanden, in dem ein Druckwerk das Wasser des Hausbrunnens durch Röhren bis unter das Dach emportrieb. Von der alten Poesie der Hausbenennungen war, offen- ג) Erhalten im Archive der Stadt Wien a. a. O.

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