Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3122061-3122082--1550-3123726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
72 ein Attentat wider den klaren Buchstaben der nunmehr durch drei Kaiser confirmirten Vergleiche. So waren denn alle Opfer vergeblich gewesen, alle gutwilligen Anerbietungen vergeudet. Kaum 12,000 Gulden würden die Fischerhütten im untern Wörth in dem Zeiträume von 1626 bis 1652 der Stadt an Steuerertrag gebracht haben, die Judenschaft hatte ihr für die 96 Häuser, die sie bis dahin in ihren Bezirk hineingepfercht hatte, über das Doppelte, 24,476 Grulden, an vertragsmässigen Abgaben und Kriegsbeiträgen in ihr Steueramt abgeführt ג), von den Summen ganz abgesehen, die sie in diesen Jahren an das Bürgerspittel leisteten. Wenn die Ungerechtigkeit der jetzt erfundenen Forderung empörte, so musste ihre Unbilligkeit verbittern. In ihrer ersten Bestürzung ob der freventlichen Forderung hatte sich die Gemeinde an die niederösterreichische Begierung gewendet, die sie bei dem vormals gewährten Stillstände schützen oder die am 13. Januar 1652 eingesetzte Commission erneuern sollte. Zugleich hatte man den Stadtrath mit der Frage angegangen, welchem Zwecke die angedrohte Beschreibung zu dienen bestimmt sei. In der That beschloss die Begierung 3) am 1. Juni .1660, die Commission zu reassumiren, indem sie zugleich an Stelle der seither verstorbenen Commissäre ihre Käthe, den Freiherrn Wolf Philipp Jakob Unverzagt, 'Johann Ignatz Schindler von Hoffegg und den Doktor der Hechte Georg Oswald Hartmann dazu deputirte und einen neuen Stillstand auf 6 Wochen anordnete. Für den 15. Juni Nachmittags 2 Uhr wurden dann von diesen neuen Commissären die Betheiligten aufgefordert, in Unverzagts Behausung zu erscheinen. Mittlerweile war aber die Drohung der bevorstehenden Beschreibung ihrer Häuser wie ein Brandgeschoss in die Judenstadt geschleudert worden. Noch trauerten alle Gemüther ob des am 12. April 1660 seiner Gemeinde und der Judenheit durch den Tod entrissenen Lehrers und Führers B. Sabbatai Hurwitz, als die trüben Ahnungen, denen man seitdem sich hingegeben hatte, von dieser Schreckensbotschaft übertroffen wurden.Vergebens wandte man sich nochmals an den Stadtrath mit der bangen Frage, welchem ב) Ib. in zwei für die bezeichneten Jahre berechneten sog. Extracten vorhanden. In dem Gesuche der Judenschaft an den Kaiser nach dem 23. Juni 1660 wird der Thatsache, dass die 24 Eischerhäuser im untern Wörth »gar ein geringes« eingetragen, im Eingang erwähnt. 2) Alles Folgende nach den Urkunden im Stadtarchiv a. a. O.