Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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trag mit der Stadt gewährleistet, die gesammte Judenschaft ausdriicklich unter die alleinige Gerichtsbarkeit des Obersthofmarschallamtes gestellt. Forderungen über die im Vergleiche festgestellten sollten die von Wien nicht erheben dürfen; von einer UnterScheidung hofbefreiter und anderer Juden ist in dem Gnadenbriefe keine Rede. Der Heilungsprozess im Innern der Gemeinde war im besten Gange, als noch dieser Balsam der kaiserlichen Huld hinzukam. Wie eine Belebung aller Hoffnungen und als beglückende Auszeichnung war es begrüsst worden, als ein Mann von dem Range und Rufe des R. Sabbatai Scheftel Hurwitz zur Annahme des erledigten Wiener Rabbinates sich bereit erklärte. Hatte er doch eine der angesehensten Gemeinden der Judenlieit, Posen1), verlassen, um dem an ihn ergangenen Rufe zu folgen. Wohl bedurfte die Bedeutung des Mannes keiner Stütze an seiner Abstammung, aber sein Vater, R. Jesaja, dessen wahrhafte Heiligkeit die Ehrfurcht der Mit- und Nachwelt erweckt hat, verlieh seinem Namen besonderen Glanz. Gleich heimisch im Tiefsinn der Kabbala wie im Scharfsinn des Talmuds, gluthvoll im Glauben und kühl im Denken, ein Freund methodischen Unterrichtes und geordneten Gottesdienstes, verständnissinniger Religiosität nacheifernd, war er ein Segen der Gemeinde, in der er wirkte, ein Lehrer und ein Priester, Schüler bildend durch Unterricht und Vorbild. Das Talmudstudium hatte durch die Einwanderung aus Po- . en neuev Impulse und Richtungen erhalten. Der Druck von aussen stärkte die Sammlung und die Besinnung auf die angestammten geistigen Güter im Innern. Kaum hatte man das Gefühl der Sicherheit zurückgewonnen, als die Liebe zu diesen Besitzthümern in schöpferischen Institutionen sich äusserte. Was die überlastete Gemeinde nicht leisten konnte, das schuf der fromme Eifer eines ב) JPerleSj G-eschi eilte der Juden in Posen 77; Horovitz, ]Frankfurter Babbinen II, SO—5. Sein Solin Jesaja, der 1678 naeli Frankfurt a/M (ib. 53 ff.) berufen wurde, war damals Babbiner in Leipnik, wo er nach 1660 קכ8רת הסמים Mordecbai Kuranda’s aus Kremsier approbirte. Dieser war, wie aus Jesaja‘s und Josua b. Menachems Approbationen hervorgellt, 1648 B. Sabbatais Lieblingssehüler in Posen. Secharja Mendel im Vorwort zu מנורת זכריה berichtet, dass der Schwiegervater B. Sabbatäfs B. Mose הריף gewesen, den Josef b. Eliesei* Oettingen noch kannte ביום״ (Sulzbacli 1741) f. 3L