Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3122061-3122082--1543-3123719
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

65 legien, die er Anfangs stückweise und fast widerwillig sicli liatte abringen lassen, vollkommen ihnen wiedergegeben und gleichsam ausgebaut, die von *Wien hatten endlich an den Ernst seines Juden- Schutzes glauben gelernt, das mühsam Errungene war eben erst im Begriffe, im öffentlichen Bewusstsein sich einzuleben, mit der Gewähr, die nur die Zeit verleiht, dem Beeilte der Gewohnheit sich zu befestigen, als der Schutzherr vor der Zeit hinweggenommen würde, im unglückseligsten Augenblicke für seine verlassenen Schützlinge. Leopold I. und die Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich. Ob man im Ghetto von *Wien den ehernen Tritt des Verhängnisses nahen hörte, als am 2. April 1657 Leopold I., kaum 17 Jahre alt, den Thron seiner Väter bestieg? Man hatte die Stürme des grossen Beligionskrieges überdauert, zwei Kaiser, Schwerter der Kirche, hatten sich duldsam und huldreich erwiesen; von dem Geistlichen auf dem Throne, von dem König im Priestergewande schien keine Gefahr zu drohen. Wohl liess die Bestätigung der Privilegien gar lange auf sich warten, aber man wusste, dass den jungen Herscher dringendere Sorgen, wichtigere Staatsangelegen־ heiten beschäftigten als die Interessen der Wiener Judenschaft. Diese konnte auch geduldig und beruhigt abwarten, bis die Krönung Leopolds als deutschen Kaisers am 22. Juli 1658 zu Frankfnrt vorüber war und die äussere Politik unter dem neuen Begimente Stellung genommen hatte, zumal vom Hofe aus der übliche Schutz in alter Weise gehandhabt wurde. Als dann endlich auch an diese innere winzige Frage die Beihe kam, zeigte das Privilegium, das der Kaiser am 26. August 1659 den Wiener Juden zu Pressburg ausstellen liess *), dass man mit Kecht nichts Üblen sich versehen hatte. Es war eine volle, unverkürzte Bekräftigung ihrer Bechte und Freiheiten, was ihnen da gewährt wurde. Die Judenstadt war jetzt von Neuem in den Schutz des Kaisers aufgenommen, ihr Ver- נ) Im Auszug als Beilage D zu dem Majestätsgesuche der Juden von 1660 im Archiv der Stadt Wien vorhanden. Kaufmann, die letzte Vertreibung. 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.