Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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60 sein. Aber man hatte sich eben bescheiden gelernt und war hoch zufrieden; als die Stadt für diesen, wie sie selber sagte, »endtlichen bestendigen vergleich« die Ratification des Kaisers erbat, die auch am 20. Juni 1656 erfolgte 1). Das innere Wachsthum der Gemeinde und ihr Ansehen in der Judenheit scheinen jedoch die Krisen, denen durch finanzielle Aderlasse abzuhelfen war, nicht geschädigt zu haben. Die Bevölkerungszahl stieg regelmässig und ansehnlich, neue Bauten erhoben sich innerhalb des ausgesteckt-en Bezirkes; Ein Gotteshaus fasste die Betenden nicht mehr, man musste ein zweites errichten. Der Handel gedieh, der Wohlstand war trotz der leidenreichen Kriegsjahre nicht zurückgegangen. Der immer noch jugendkräftige Organismus heilte eben die Wunden, ersetzte die Blutverluste; die schwergeprüfte Gemeinde erhob sich rasch wieder zu neuer Blüthe. Sie hatte inmitten aller Gefahren noch von Glück zu reden. Die vom Hasse der Menschen genug zu leiden hatten, waren von den Elementen wenigstens verschont geblieben. Die häufigen Überschwemmungen der Donau 2), wüthende Orkane 3) und selbst Eeuersbriinste, die jüdisehe Gemeinden damals noch so häufig in Asche legten, waren an der Wiener Judenstadt ohne Schaden vorübergegangen. Eben war sie erst am 21. Mai 1655 dem Feuer 4), durch das in ihrer Nachbarschaft das ganze Kloster der barmherzigen Brüder, die Stätte der Bekehrungspredigten, niederbrannte, glücklich entronnen. Sie konnte sogar daran denken, neue Institutionen aus öffentlichen Mitteln zu den vorhandenen hinzuzufügen. So hatte sie in diesem Jahre neuen Grund und Boden vom Stifte Klosterneuburg erworben, um ausser dem im Ghetto längst bestehenden Krankenhause für Pestgefahren ein Lazareth mit einem sogenannten Contumazgarten zu errichten 5). ג) Archiv der Stadt Wien a. a. O. 2) Weschel 268 f. 3) Ib. 269 f. 251 .גת ף f., 274 f. 5) Nach der!Relation des Steuerhandlers an den Magistrat vom 16. November 1660 im Archiv der Stadt Wien a. a. O. Vgl. Weschel 273. Am 22. August 1658 wurde zwischen dem Stiftsprobste Bernhard von Klosterneubürg und der Judenschaft von Wien ein Kaufvertrag in Betreff eines Grundes zu einem jüdischen Spital auf der Taborschütt aufgerichtet. Als Vorsteher erscheinen hier Zacharias und Hirschei Mayr, Abraham Em. Eppstein, Jakob Lewi del Bancho, Aron Brodt, Löb Winkler und David Nathan. Die Mittheilung der im Archiv des Chorherren-Stiftes Klosterneuburg aufbewahrten Ur*