Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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44 gegen den Handel und das Handwerk *) der Juden sieb Luft machte, gesellte sich der Tlnmuth der oh der grenzenlosen Besteuerung verbitterten Stadt, der es in die Augen stach, dass sie gerade in Steuer Sachen den Juden nicht an den Leib sollte rücken können. Der westphälische Friede hatte die ersehnte Endscliaft der Leiden nicht gebracht, vielmehr gieng das Schätzen und Besteuern der Bürger nach dem 24. Oktober 1648 erst recht von Neuem an. Für jeden Platz, für jede Festung, die der Schwede räumen sollte, musste Entschädigung geleistet werden, der Preis des Friedens war eine unerhörte Kriegscontribution. Wien allein hatte zu diesen Auflagen 300,000 Gulden zu steuern. Wohl wusste man, dass die Juden nicht verschont geblieben waren, dass man ihnen vielmehr als ausserordentliche Abgabe 10,000 Gulden abgefordert hatte, die sie ungesäumt an das Hofzahlamt abführten, allein sie sollten auch der Stadt tragen helfen, vor den christlichen Bürgern Nichts voraus haben. Schon Ende 1647 hatte der Obersthofmarschall auf eine allzudrückende Forderung, die man an die Wiener Judenschaft gestellt, erwiedern müssen, es sei die ausserste Armuth unter derselben wahrzunehmen, so dass selbst bei der schärfsten Execution kaum »eine solche Suma herauszupressen2) sein werde«,aber Bürgermeister und Rath der Stadt Wien waren anderer Ansicht und fanden, dass die Juden nach Anzahl ihrer Häuser im untern Wörth. 3000 Gulden zu der neuen Kriegsauflage, genannt Friedensgelder, leisten müssen. Die Berufung auf die Verträge und auf die eben gebrachten Opfer wurde mit der Sperrung der jüdischen Gewölbe in der Stadt, auf die der Magistrat längst ein Auge geworfen hatte, beantwortet3). Da erschien »im sitzenden Eathe« ein Amtstrabant des Obersthofmarschalls mit dem gemessenen Befehle, die Sperre sofort aufzuheben, da das kaiserliche Interesse es erheische. Jetzt gieng es an die Vorsteher, über deren Häuser in der Judenstadt die Sperre verhängt wurde. Audi die Synagoge hatte man gesperrt und die seltsame Drohung ausgestossen, auch mit der Sperre des Friedhofes Vorgehen zu. wollen. Ein Vierteljahrhundert war man נ) G. Wolf, die •Tilden 1. d. L. 28 f. Ib. 27. 3) Diese Darstellung rulit auf dem undatirten, aber aus, der ersten Hälfte des •Jalires 1649 stammenden Berichte des Wiener Magistrates an den Kaiser im Archiv der Stadt Wien a. a. O.