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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 27

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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…/3122061-3122082--1502-3123678
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24 erzwingen können, es war niclit zu erwarten, dass bewegte Luft das Wunder wirken werde. Klilesl blieb es übrigens erspart, den Misserfolg dieser Massregeln zu scbauen; er starb bereits am 18. September 1630, nicht ohne die Hälfte seines grossen Vermögens der Kirche und — hundert Gulden den Armen von Wien und Neustadt letztwillig vermacht zu haben 1). Die Bestimmungen über die neue Missionspredigt gewähren uns einen erwünschten Einblick in die von sonsther unbekannte Grösse und in den Culturzustand der Wiener jüdischen Gemeinde. Da die Prager Vorschriften ohne Weiteres auf Wien angewendet wurden und auch hier hundertsechzig Erwachsene wenigstens, offenbar abwechselnd und der!leihe nach, bei den Bekehrungsversuchen erscheinen sollten, so muss die Anzahl der Juden in Wien durchaus ansehnlich2) gewesen sein. Dies beweist auch der Umstand, dass Heller eine hervorragende Gemeinde wie Nikolsbürg verliess, um das Kabbinat von Wien zu übernehmen, das auch in der Folge nur Männer von hohem Kufe und aus angesehenem Wirkungskreise bekleideten. Auch die Höhe der Auflagen, die der Wiener Judenschaft zugemuthet wurden, unterstützt diese Annahme. Alle müssen deutsch gesprochen haben, da ihnen zugetraut wurde, einer deutschen Bekehrungspredigt folgen zu können. Der Handelsverkehr mit dem Auslande, die stete und lebhafte Berührung mit der Bevölkerung, der Umgang Vieler mit den Hofbeamten milderte die Sitten und verbreitete gefälligere weltmännische Form, als sie sonst im Ghetto gedeihen konnte. Das Geschäftsleben und die Beziehungen zu den Behörden bedingten es, dass hier die sonst mehr latent vorhandenen Familiennamen in freiem und offenerem Gebrauche waren und auch die Vornamen den in der Ge- Seilschaft üblichen sich anpassen. Aerzte 3), des ererbten jüdischen wie des weltlichen Wissens gleich mächtig, der lateinischen und ג) Hammer-Purgstall a. a. O. 245: Ber. des Alt. Vereins zu ‘Wien 3, 325 f. 2) G. Wolf. Judentaufen 5 schätzt diese Zahl auf »beiläufig• 3000 Seelen.« So viel Juden sollen aber erst vierzig Jahre später angeh lic 11 in Wien gelebt haben. Gr ätz X, 29 folgt diesem Irrthum. 3) G. Wolf, Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität 26 behauptet, in den Privilegien der Kaiser werde den Juden ausdrücklich gestattet, mit ihren Aerzten sich aufzuhalten. Diese Angabe beruht auf einem Lesefehler. Nicht■ von

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