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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 26

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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…/3122061-3122082--1501-3123677
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güterten Familie Oettingen 1). Vorsteher der Wiener Gemeinde, war in Geschäften dem Hoflager des Kaisers nach Regensburg gefolgt und gern und voll Eifer dabei, den Bittstellern hei der Kaiserin, die, selber eine Mantuanerin aus dem Hause Gonzaga, den Ruin ihrer so blühenden Heimathsstadt beweinte, wie beim Kaiser nach Kräften den Weg zu ebnen. Am 2. September war das kaiserliche Schreiben an Collalto in ihren Händen, das ihm die Rückberufung der Juden nach Mantua, die Auslieferung ihrer Güter und die Freilassung der Geiseln auftrug. Zwei Tage hernach ergieng an die Unterlassenen Hofräthe in Wien vom Kaiser die Weisung, das Gleiche, was für die Juden von Prag angeordnet worden war, auch in Wien durchzuführen. Khlesl sollte, wie der Kaiser am 4. September zugleich auch an ihn schrieb 2), vorläufig im Einvernehmen mit dem Rector der Jesuiten in Wien einen des Hebräischen kundigen Prediger aus dieser Societät bestellen, bis der Ordensgeneral aus Rom einen Jesuiten dazu besonders deputiren würde3), und das Werk im Verein mit den deputirten Räthen eifrig fördern. »Es solle in Teutseher Sprach4), deren so wohl fremde vnd ausländisch als auch die Wienerische Juden maistentheils kundig sein,« gepredigt werden. An ihrem Sabbath zwischen 8 und 9 Uhr früh hatte die vorgeschriebene Anzahl von zweihundert Juden bei den barmherzigen Brüdern zur Anhörung der katholischen Predigt sich einzufinden. Die Strafgelder für die Ausbleibenden waren den Bekehrten zugedacht. Die Botschaft ward verkündet, aber der Glaube wollte nicht kommen. Man hatte ihn mit Feuer und Wasser und Erde nicht ג) Vier Kinder Oettingens starben in zartem Alter, 1613 seine Tochter Bona (K1*. 19), 1622 der Namens träger seines Vaters, Mordechai Model (Nr. 51), 1631 ein zweiter Knabe dieses Namens (N1*. 84), 1632 Channa (N1*. 88). Sein Schwiegersohn war der als Arzt wie als!Rabbiner, als Sprachenkenner wie als Wortführer vor Karsten thronen gerühmte Juda Löb b. Simeon, der Verlassei* des Commentars אמרות טהולזת za Menachem Asarja Fano's ע^לה מאמרות (Frankfurt a./M. 1698) s. Horovitz, Frankfurter Babbinen II, 83 n. 1 und 104. 2) Das Schreiben hat Dr. Th. Wiedemänn veröffentlicht in Frankel-Gr ätz1 Monatsschrift 27, 330 f. 3) G. Wolf, Judentaufen 8. Das kaiserliche Schreiben datirt nicht vom 4. Feber (ib. 9), sondern vom 4. September 1630. 4) Nicht in hebräischer Sprache, wie Hurt er 10, 140 angiebt, der in diesei* Verfügung »eine preiswürdige landesfürstlicke Fürsorge« erblicken möchte.

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