Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3122061-3122082--1503-3123679
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

2 5 italienisclien ב) Sprache zum Mindesten neben der deutschen kirndig, erhöhten das Bildungsideal in der Gemeinschaft. Elia Ghalfan, der 1624 vor dem Einzug ins Ghetto gestorben war, ausgezeichnet durch Abstammung, Gelehrsamkeit und Stellung, Arzt und Beisitzer des Rabbinates, bethätigte durch Sammeln seltener Druckwerke und Handschriften2) seinen gebildeten wissenschaftlichen Sinn. Aron Maorkaton oder Dr. Aron Lucerna, Yeit Munk?s Schwiegersohn, wirkte als Arzt, Juda Lob Maorkaton, genannt Leo Lucerna, seinem Vater Mose 3) gleich als Arzt und Rabbiner thätig, war Doktor dreier Fakultäten, d. i. wohl der Medicin, Physik und Philosopliie. Einwanderungen aus dem Reiche, Heirathen aus deutschen Städten verleihen der Gesittung einen kräftigen Einschlag. Der Handel, vorzüglich mit Venedig4) und Krakau5), brachte häufige Reisen nach fremden Ländern mit sich. Italienische Juden finden wir im Dienste Wiener jüdischer Handlungshäuser 6). Schon im zarten Alter kamen Kinder in die Fremde. Es bestand nemlich unter den Wiener Juden die vielfach in Österreich geübte Einrichtung des sog. Kinderwechsels. Knaben z. B. aus Pest und Ofen 7) wurden nach Wien zur Erziehung genommen, um deren Eltern Wiener Kinder zur Pflege und Ausbildung zuzuschicken. Arzden spricht das Decret Ferdinands II. (hei G. Wolf 423 v. u.. 4320), sondern von Ayden und Tochtermännern. ג) Die Sprache, in der sich der Prager Beamte hei Hellers Gefangennähme mit Jakob Bassewi besprach 3 מגילת איב״ה V wird wohl auch die italienische gewesen sein. 2) L. A. Frankl, Inschriften XI, Nr. 57; Steinschneider Cat.Bodl.Nr. 8034. s) Mose starb Sonntag 20. Februar 1605 כמשה s.Inschriften Nr. 15=135 und Ben Chananja 8,105. David Oppenheim hält denl642 verstorbenen Aron für einen Bruder Leo Lucernars s. Letteris׳ Wiener Mittheilungen 1855, 114. In seiner Grabschrift Nr. 134 sind nach אהרן זצ״ל die Worte מארד קטן ausgefallen. Vgl. Gr. ־Wolf, Geschichte der Juden in Wien 40 n. 1. שעי אפרים ף bga. 10. צמה צדק ף bga. 37. 6) S. oben p. 22. n. 1. ז) Schon 1597 verdächtigen die niederösterreichischen Stände die Wiener Juden wegen ihrer Beziehungen und Blutsverwandschaft mit den Juden von Ofen und Pest (G. Wolf in Jahrbuch für Israeliten 1866/7 p. 21). Deutlicher vernehmen wir unter den Ursachen, die 1670 zur »Ausschaltung« der Juden führen sollten, auch die. dass sie mit den türkischen Juden zu Ofen, griechisch Weissenburg. d. i. Belgrad und Constantinopel die Kinder »gegen einander ausswechseln« (G. Wolf, die Juden in der Leopoldstadt 84).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.