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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 13

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122082--1488-3123664
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10 wo sie sich bereits bisher befanden, nemlich den alten Kienmarkt, da dieser von den Plätzen und Hauptgassen der Stadt gänzlich abgelegen sei und jedes stärkeren Verkehrs und Volksgedränges entbehre, ergieng noch am selben Tage von der Hofkanzlei an die Judenschaft ein neues Privilegium, das alle ihre Bitten der Reihe nach erfüllte und ihre Freiheiten erweiterte, deren nach dem besonders gnädigen Wortlaute des Briefes sie sich »rhueiglich erfreuen, nützen, nuessen vnd gebrauchen sollen und mögen«. Kaum hatten sie durch diesen neuen Akt der kaiserlichen Huld die Gewähr in Händen, dass ihre Lebensquellen nicht fürder willkürlich sollten abgegraben werden können, als sie eilends daran giengen, auch die geistigen und sittlichen Quellen ihrer Gemeinde neu zu fassen und zu sichern. In demselben März, der ihnen den kaiserlichen G־nadenbrief brachte, holten sie sich den Mann, der dem auf neue Grundlagen zu stellenden Gemeinwesen Leiter und Berather werden sollte, ihren neuen Rabbiner, Liepmann Heller. Der Ruf eines mit unvergleichlicher Gelehrsamkeit gepaarten Scharfsinnes, wie er seit den Tagen der Glossatoren des Talmuds, dep Tossafisten, kaum erreicht wurde, war ihm vorausgegangen; seinen weltkundigen Blick, die hohe organisatorische Befähigung sollte die neue Wirksamkeit offenbaren. Freitag den 15. September 1623 hatten sie in der entscheidungsschweren Zeit wie zum bösen Vorzeichen, dass die Heerde zersprengt werden sollte, das verehrte Oberhaupt der alten Gemeinde, den Rabbiner Abraham Chajjim 1J aus Opatow bei Krakau, ins Grab gesenkt. Des Hirten beraubt, in ihrer Zukunft bedroht, sahen sie die Nacht sich um ihre Augen legen. Jetzt war es wieder hell geworden; am Himmel der jungen Gemeinde leuchtete verheissungsvoll der Morgenstern Liepmann Hellers. Es gieng aber auch ein Morgenwehen, ein Hauch der Frische durch das innere Leben der neuen Judenstadt. Das Beschämende und Schmerzliche des Auszugs 2) war durch die Huldbeweise des 0 Er war mit Heller durch dessen Sohn Mose verschwägert. Sei diesem lebte seine Wittwe bis zu ihrem Tode 1639 in Prag (Gal-Ed N1*. 158, 163). 2) Die Darstellung, als ob die Juden selber den Umzug gewünscht hatten und Liepmann Heller ein Antheil daran gebührte, ist als völlig ungeschichtlieh abzuweisen. Hiernach sind G. Wolf (in ’Wertheimers Jahrbuch für Israeliten 1857/8 S. 79, die Juden in der Leopoldstadt 11, Judentaufen in Österreich 5), Gr ätz X, 42 und S. Sock in Lieben's Gal-Ed 65 zu berichtigen. Ygl. J. M. Zunz .94 עיי הצדק

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