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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1888-01-01 · [11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888) · page 10

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[11.] für das Schlujahr 1887-88 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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7 Besitz einantworten zu lassen. Es war dies besonders ein Gnadenact gegen den Hofjuden Israel Wolf, der unter Berufung auf den durch ihn der Majestät geleisteten ansehnlich grossen Nutzen, wofür ihm bisher noch keine Gnade widerfahren, an diesem Tage um den allergnädigsten Oonsens für diesen Ankauf ansuchte. Die von Wien mussten sich gedulden: fast zwei Jahre waren verstrichen, seitdem sie wieder einmal das Bedürfniss empfunden hatten, der Juden sich zu entledigen. Die Commission hatte ihres Amtes gewaltet, aber die Jahreszeit war zu sehr vorgerückt, Neubauten waren aufzuführen, die Transferirung, wie man sagte, war nicht im Handumdrehen zu bewerkstelligen; der Winter stand vor der Thür. Die Milde des Kaisers gewährte Aufschub; den Winter von 1624 auf 25 durften die Juden noch in ihren alten Miethwohnungen in der Wiener Stadt verbringen. Aber die Fülle der kaiserlichen Gnade sollte den Juden vor ihrem Auszuge noch sich offenbaren, in dem Privilegium vom 6. Dezember 1624, das für sie wahrhaft die grosse Charte ihrer Freilieiten bedeutete. Vielleicht hat es dem Herzen Ferdinands wohlgethan, sich einmal gegen Andersgläubige gnädig und hilfreich zu erweisen. Oder war es die mächtige Fürsprache einzelner bevorzugter Juden, die seinen Schutz für ihre Brüder anriefen und zu erreichen verstanden? Hatte er doch am 18. Januar 1622 Jakob Bassewix) in einer Art von Adelsbrief Beweise seiner Huld gegeben, wie sie kaum jemals vorher einem Juden waren verliehen worden, Besitzfähigkeit und Glaubensfreiheit, das Prädicat von Threuenberg und ein erbliches Wappen, und drei anderen jüdischen Familien* 2) am 12. Februar 1624 in einem gnadenreichen Privilegium bezeugt, dass sie Leib, Gut und Blut wieder den Feind nngesparten Fleisses dargestreckt und sich in allen Fällen gutwillig brauchen lassen.Keineswegs konnten es fiscalische Bücksichten allein sein, was den Kaiser zu so besonderer Milde gegen die Wiener Judenschaft bewog. Denn es war wahrhaft ein Gnadenbrief, durch den ihr der dauernde Aufenthalt und der Besitz einer Heimath zugleich geschenkt und gewährleistet wurde. Wie mit schonender Hand wird J) S. Hock musste das Diplom im Besitze der Grossen Hot-Svnagoge in Prag־ »decliiffriren« s. K. Liebend Gal-Ed 26 n. 78. Eine Abschrift bewahrt das Archiv des k. k. Ministeriums des Innern in Wien. 2) Gr. Wolf a. a. 0. 41. . ,

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