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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1887-01-01 · 10. für das Schlujahr 1886-87 (1887) · page 28

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
10. für das Schlujahr 1886-87 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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29 V01kes? als Licht der Nationen«. Was uns hier als Inhalt unseres Berufes, als Krone unserer Entwickelung, als Ziel unserer Geschichte bezeichnet wird, das ist ein Doppeltes : Treue für Gott und Liehe zur Erkenntniss. So lange diese Anstalt die Leitsterne ihrer Wirksamkeit in dieser Doppelforderung vor Augen hat, wird Herz und Geist in ihr genährt werden, Licht und Wärme aus ihr ausstrahlen und neben dem Gottes hause wird gleichberechtigt das Lehrhaus sich in ihr erheben. I. אני יי׳ קראתיך בצדק ואחזק בידך ואצרך ואתנך לברית עם לאור נדם »ich, der Ewige, berufe dich mit Sieg, ich fasse deine Hand und bewahre dich und stelle dich hin als Bund eines Volkes, als Licht der Nationen.« Eines ist es vor Allem, worin der geistgewaltige Seher unsere Aufgabe und Grösse betrachtet, dass wir nämlich das Muster dafür darstellen, was der Bund eines Volkes mit Gott bedeutet. בדית der Bund ist die älteste, die ehrwürdigste Bezeichnung für das Verhältniss Israels zu Gott, für seine Lehre, für sein Leben, für seinen Glauben. Was es tausendfach im Tode besiegelt, was es durch alle Wunder seiner Geschichte hindurch bewahrt und gerettet, was es über alle Meere getragen, in allen Ländern geheiligt hat, das ist בדית ראשנים (3. Mos. 26, 45) jener Bund der Ahnen, der wie eine unsterbliche Verpflichtung forterbt von Geschlecht zu Geschlecht. Es ist das Hohe und Eigenthümliche an Israels Bekenntniss, dass es nichts weiter als ein Bündniss sein will. Mit tiefem Grunde hat denn auch die Schrift zum Sinnbilde dieses Bundes das Salz erhoben. Denn so wie das Salz den Speisen, denen es beigesetzt wird, Würze und Schmackhaftigkeit, aber auch Dauer und Hnverweslichkeit verleiht, so hat der Gedanke, dass es ein Bund ist, den wir mit Gott zu bewahren haben, auf unsere Lehre eingewirkt, sättigend und reinigend, stärkend und erhaltend. Er hat ihr gleichsam allen himmelnden Beigeschmack genommen, von aller süsslichen Empfindungsseligkeit sie geläutert und es bewirkt, dass sie mehr eine Lebensführung als eine Gefühlsrichtung wurde, mehr den Willen als das Glauben in Anspruch nimmt und häufiger mit dem herben, aber kraftvollen Zug'e des Entschlusses denn als weiche, aber unbeständige Stimmung auftritt. Wenn ein Bund festgehalten werden soll, ist Kenntniss seiner Bestimmungen, zugleich aber auch Treue der Gesinnung vonnöthen. Wohl ist die Erforschung des Gesetzes unsere Aufgabe, wohl ist es der Stolz des Judenthums, dass es alle seine Bekenner aufruft, ihren Durst nach dem göttlichen Worte an der Quelle zu löschen, wohl bezeichnet es sich selber vornehmlich als Lehre, wie denn auch die Namen seiner Grundschriften1) von Lehren und Lernen sind hergenommen, wohl will es unterrichtet, erkannt und gewusst werden, aber הורה, משנה, תלמוד(י

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