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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1887-01-01 · 10. für das Schlujahr 1886-87 (1887) · page 26

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
10. für das Schlujahr 1886-87 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122074--1362-3123537
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Ü7 nacliclem es äusserlich ein Volk zu sein aufgehört hatte. Von der Scholle, auf der das Heiligthum stand, konnte man sie verdrängen, aber das Heiiigthum nahmen sie mit sich,שבכל מקום שגלו שכינה עמהן(ג »und wo sie sich niederliessen, waltete sichtbar Gottes Herrlichkeit.« Die Sorge um die Wohnstätte des Göttlichen war das Beständige in all dem Wechsel der Geschicke, der sie betroffen, Schulen und G 0 tteshäuser waren die Marksteine, die den Lauf ihrer Wanderungen bezeichneten, die einzigen Siegesdenkmäler, die sie errichteten im Kampfe gegen ihre Verfolger. Lehr- und Gotteshäuser waren aber auch die Bollwerke, in die Israel sich flüchtete, wenn der Sturm es umtoste, in die gleichsam die Seele des Volkes sich zurückzog, wenn sein Leben zu erlöschen drohte; bei seinem Gotte wohnte es sicher und ward unvergänglich wie er.אדני מעון אתה היית לנו בדד ודר אלו בתי 2)כנסיות ובתי מדרשות Mit Hecht darf Israel im Hinblick auf seine Lehr- und Gotteshäuser rufen: »Ewiger, du bist unsere Wohnstätte von Geschlecht zu Geschlecht« (Ps. 90, 1). Wo, wenn nicht in jenen heiligen Stätten, ward der Muth zum Leiden begründet und befestigt, wo, wenn nicht in ihnen, die Kraft des Ertragens erworben und gestählt, wo, wenn nicht durch sie, das Wunder vorbereitet, dass die Stunde der Befreiung noch ein Israel vorfand, das durch sie befreit werden konnte, dass der Morgenstrahl einer erleuchteteren Zeit eine Volksblüthe zur Entfaltung zu bringen vermochte, die leicht der Kachtfrost der Leiden hätte dahinraffen können? Wir haben das Zeugniss der Geschichte für uns, wenn wir in dem Lehr- und Gotteshause, dessen Aufrichtung wir heute feiern, ein Unterpfand unserer Gottesnähe, einen Brunnen neuer Kraft, die Yerheissung unseres Bestandes erblicken. Gehobenen Bewusstseins und freudiger Zuversicht die Seele voll, dürfen wir darum heute ausrufen: זה היום שקיינהי מצאנו ראינו (Thr. 2, 16) »Der Tag, auf den wir gehofft haben, wir schauen ihn, wir haben ihn erreicht.« Und wahrlich, die Bedeutung unserer Eeier ist in dem Israel von heute nicht geringer geworden denn ehedem. Wohl bedürfen wir der ס o o Wohnungen Gottes nicht mehr, um das Lebenslicht unseres Volkes darin zu bergen, dass der Sturm der Verfolgungen es nicht auslösche, aber vor dem Ermatten und Erkalten, vor dem Zerfall im Innern müssen wir uns bewahren und darum ferner dafür Sorge tragen, dass Gott in unserer Mitte wohne. Die Stätten, die uns traut und theuer waren in der Zeit der Notli und der Gefahr, werden jetzt, da wir freier athinen, uns Schmuck und Zierde sein. Heil uns, wenn wir an unserem Theile den Vorwurf entkräften können, dass wir nur im Leiden an Gott halten, dass aber im Gücke unsere Treue schwindet, wie Thau in der Morgensonne. Mögen wir auch immerhin kalt und gleichgültig erscheinen, mag auch die Gehässigkeit behaupten, dass der ג) Megilhi 29 n. — ‘2) 1b.

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