Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 10. für das Schlujahr 1886-87 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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26 in Deiner liimmlisclien Lelire unterrichtet und unterwiesen werden, reich an Weisheit, Tugend und Frömmigkeit ihren heiligen Beruf antreten und mit erleuchtetem Geiste, mit beredter Zunge weihe- und würdevoll Deine himmlischen Wahrheiten verkünden und zur Verherrlichung Deines heiligen Namens, zum Ruhme Israels und zum Heile des Vaterlandes wirken mögen. Gib den Lehrern Kraft und Einsicht, ihre hohe Aufgabe glücklieh zu vollbringen, den Schülern Ausdauer und Verständniss, Deine Lehre richtig aufzufassen; גדול יהיה כבוד הבית ובמקום הזה תן שלום immer grösser werde der Ruhm dieses Hauses und es werde eine Stätte des Friedens, des Heils und des Segens. Deinen Segen und Dein Heil unserem allgeliebten König, dem hochherzigen Gründer dieses Lehr- und Bethauses. Deinen Segen und Dein Heil den hohen Rathen der Krone, die dieses Werk ins Lehen gerufen. Deinen Segen und Dein Heil den weisen Vertretern dieses Reiches und den Bewohnern dieser Stadt. Deinen Segen und Dein Heil den edlen Männern, die muthig und mit Ausdauer den Kampf geführt und vor keinem Hindernisse zurückgetreten sind. Deinen Segen und Dein Heil unserer Gemeinde und Ihren Leitern. Deinen Segen und Dein Heil allen Mensehen. Amen! 2. Rede des Prof. D1\ David Kaufmann, gehalten am 6. Oktober 1877, beim Sabbatlivormittag-Gottesdienste. ועתה כה אמר יי׳ בראך יעקב ויצרן■ ישראל אל תירא כי גאלתיך קראתי בשמך לי אתה (Jes. 40, 1) »Also spricht dein Schöpfer, o Jakob, und dein Bildner, Israel, fürchte dich nicht, denn ich erlöse dich, hei deinem Namen rufe ich dich, mir gehörst du an!« Ist es uns nicht, als ob es vernehmlich durch diese Räume brauste, das alte Seherwort, tönt es uns nicht entgegen wie ein AYeiheruf aus dem Munde der Geschichte, da wir uns hier versammelt haben, eine Doppelfeier zu begehen ob der Errichtung eines Lehr- und Gotteshauses in Israel? Denn geschichtlich ist die Stunde, die uns hier vereinigt, geschichtlich, weil sie eine AVirksamkeit eröffnet, die ungemessene Zeiträume hindurch sich entfalten soll, geschichtlich, weil eine sinnenfällige Gewähr unserer Gottgehörigkeit und Unzerstörbarkeit in ihr zu Tage tritt, geschichtlich, weil sie alle Merkmale an sich trägt, in denen das Lehen unserer Gemeinschaft seither sich bethätigt hat, weil in den A7orgängen, die sie zeigt, sich ein Bild von Israels Geschichte spiegelt. ועשו ל' מקדש ושכנתי' בתוכם (2. Mos. 25, 8) »Sie sollen mir errichten ein Heiligthum, auf dass ich wohne in ihrer Mitte.« In diesem Zuruf Gottes hat Israel allezeit seine Aufgabe, seinen Lebensinhalt gefunden: darum hat es gleichsam seinen eigenen Untergang überdauert, darum ist es ein Volk geblieben, seihst