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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1886-01-01 · [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886) · page 94

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 94)
Language
German
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IRI
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86 - XIV. Abschnitt. 1. Gerechtigkeit, d. i. im Bewusstsein seines eigenen Rechts zugleich das Recht eines Andern anerkennen und als ein unantastbares Gut achten, ist wohl eine ethische Pflicht, die nach der Halaclia schon den Noachiden geboten wurde; allein mit besonderen! Nachdruck wurde dieselbe den Richtern in Israel, als den Beschützern des Rechts und den Vollstreckern der Rechts-Gesetze eingeschärft. Schon bei der Ernennung der Richter musste darauf geachtet werden, dass mit diesem wichtigen Amte nur solche Männer betraut werden, deren Gesetzeskenntnisse und moralischer Charakter Gerechtigkeit und Unparteilichkeit erwarten lassen. Tüchtigkeit, Gottesfurcht, Zuverlässigkeit und Uneigennützigkeit sind die unerlässlichen Eigenschaften, die der zu ernennende Richter besitzen muss.ג) »Zur Befähigung für das Amt eines Richters sind folgende sieben Vorzüge unentbehrlich: Rechtskenntniss, Bescheidenheit, Gottesfurcht, Uneigennützigkeit, Wahrheitsliebe, Menschenliebe und ein guter Ruf. Alle diese Eigenschaften bezeichnet die Thora mit den Worten: אנשים הנמים ונבונים »Weise und vernünftige Männer«, das will sagen, Männer reich an Kenntnissen; ferner וידועים לשבטיכם »Männer, die ausgezeichnet sind unter euern Stämmen«, d. h. solche, die allgemein beliebt sind. Wodurch hann man sich aber die Liebe Aller erwerben? Durch Genügsamkeit, Uneigennützigkeit, Bescheidenheit, durch Güte und Liebe im Verkehr mit Anderen. Ferner heisst es (Exodus 18,21) אנשי. חייל »Biedermänner «,das sind die, welche unerschütterlich in der Erfüllung ihrer Amtspflichten sind und die nöthige Vorsicht gebrauchen, ihren Namen rein zu bewahren und einen jeden Schatten, der ihren Ruf verdunkeln könnte, von sich fern zu halten. Der Begriff אנשי היל bedeutet auch Männer, die den Muth besitzen, dem Gerechten beizustehen und ihn furchtlos aus der Gewalt des Rechtsverletzers zu befreien und das gekränkte Recht wieder herzustellen, wie es in der Schrift heisst: Und Moses machte sich auf und half ihnen. Sowie dieser in seiner Gerechtigkeitsliebe beidenmüthig dem Verfolgten Hilfe geleistet, in seinem ganzen Leben aber als der bescheidenste Mensch mit seinem Volke verkehrt hat, so soll ב) Exodus 18, 21,

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