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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1886-01-01 · [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886) · page 75

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 75)
Language
German
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— 67 — י/ ׳ ־ seine Lebensaufgabe noch gelöst zu haben, gewaltsamer Weise getödtet wurde; dabei mussten die Aeltesten der Stadt sprechen: ידינו לאי שפכה את הדם הזה ועינינו לא ראו »Unsere Hände haben dieses. Blut nicht vergossen, unsere Augen haben es auch nicht gesehen« 9) שלא בא על ידינו ופטרנוהו בלא מזון ולא ראינוהו והנחנוהו' בלא לויה; d. h. der Erschlagene war nicht bei uns, dass uns etwa die Schuld träfe, dass wir ihn, ohne dass wir ihn mit Mundvorrath versehen hätten, entlassen haben, noch haben wir ihn gesehen, um ihm zu seiner Sicherheit Begleitung zu geben. 10 *) Sodann sprachen die Priester: בפד לעמך ישראל אשר פדית ה׳ ואל תתן דם נקי בקרב עמך ישראל »versöhne dein Volk Israel, das du, 0 Ewiger, erlöst hast, rechne nicht das unschuldige Blut deinem Volke Israel an.« ונכפר להם הדם »Und so wurden sie versöhnt.« ״) 3. Gleich dem Leben des Menschen sind auch die einzelnen Theile und Glieder des Körpers heilige, unantastbare Güter, die nicht nur nicht verstümmelt oder verletzt werden dürfen, sondern sowie die leibliche Gesundheit überhaupt sorgfältig geschont werden müssen; da, wo diesen Gütern eine Gefahr drohet, ist es die heiligste Pflicht Hilfe zu leisten und die Gefahr abzuwenden. Selbst das Versetzen eines Schlages, der keine Verwundung nach sich zieht, wird schon als Frevel gegen Gott, in dessen Ebenbild der Mensch geschaffen ist, betrachtet; nach dem Ausspruche der Halacha ist der, welcher die Hand gegen seinen Nebenmenschen zum Schlagen erhebt ein Bösewicht (12 •(רשע) 4. Dem eigentlichen Mörder gleich ist auch jener, der die Ehre, den Namen und den guten Ruf eines Andern angreiffc und ihn verleumdet. לא תלך רכיל בעמך »Du sollst nicht als Verleumder in deinem Volke umhergehen.« 13) בל המספר לשון הרע מגדיל עוונות כנגד שלש עבירות »Des Lästerers Zunge verbreitet so viel Unheil, als Jener, der Götzendienst treibt, Blutschande und Mord begeht«; 14) denn indem er die Ehre eines Andern vernichtet, entwürdigt er das Göttliche im Menschen und entfremdet sich seinem Gotte, in dessen Ebenbilde sein Bruder geschaffen ist. Anstatt über die wirklichen Fehler 9) Deut. 21, 7. — 10) T. Sota 45b. — 1ג) Deut. 21, s. 12) Sanhedrin 58a. Die halachischen Abhandlungen über Verwundung und Verletzung einzelner Körper theile sind enthalten T. Baba Kamma und Maimuni, Chobel Wemasik. 13) Levitieus 19,16. — u) Erachin 14b. 5*

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