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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1886-01-01 · [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886) · page 73

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
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65 obgleich diese Gesetze zu den Chukkim gehören, hängt doch die Reinigung gänzlich yon der Absicht ab, die man damit verbindet; daher lehren die Weisen: wer ein rituelles Bad ohne die nötige Zweckabsicht nimmt, der hat eigentlich nicht gebadet. So will dieses Gesetz andeuten, dass gleich dem leiblich Unreinen, der, so er in der Absicht badet, seine Reinheit wieder zu erlangen, als rein erklärt wird, obgleich keine sichtbare Veränderung an seinem Körper stattgefunden hat, auch derjenige, welcher den ernsten Willen hat, seine Seele von einer jeden Unreinheit, nämlich von unsittlichen Gesinnungen und verwerflichen Ansichten fern zu halten, und den Ent- Schluss gefasst hat, diese bösartigen Rathschläge von sich zu weisen und seinen Geist durch das erfrischende Wasser aus den Quellen der Erkentniss rein und lauter zu erhalten, vom Allerreinsten in seinem frommen Streben unterstützt wird, wie der Profet es verheisst Und ich besprenge euch mit Reinigungswasser, damit ihr rein: werdet und reinige euch von all eurer Unreinigkeit und all eurem Götzenwesen.« 8) XI. Abschnitt. Als Noe und seinen Söhnen der Genuss der Thiere so wie der * der Pflanzen erlaubt und ihnen gestattet wurde, Thiere zu tödten, da sprach Gott: »Jedoch das Blut eines Menschen darf nicht vergossen werden, denn im Ebenbilde Gottes hat Gott den Menschen geschaffen«.3) Alle andere Wesen der Erde, Pflanzen und Thiere, darf der Mensch als Mittel zu seinem Zwecke verwenden; aber der im Ebenbilde Gottes geschaffene Mensch, belebt von einer himmlischen Seele, erfüllt von ethischer Einsicht, muss als Selbstzweck und nie als Mittel betrachtet werden. כל מי שהוא שופך דמים מעלים עליו כאלו הוא ממעט את הדמות »Wer Menschenblut vergiesst, ist so zu behandeln, als wenn er die unumschränkte Macht Gottes, in dessen Ebenbilde der Mensch geschaffen wurde, verringern wollte.« 2) So gehört das im Decalog enthaltene לא תרצה »du sollst nicht morden« 3) schon zu den noachidischen Gesetzen und bildet Eines von jenen Dreien, von denen die Halacha befiehlt יהרוג ואל יעבר »so dein Leben in 8) Die speciellen Gesetze hierüber bilden den Inhalt des Seder Taharot. l) Genesis 9, 6. 2) Berescbit rabba Cap. 34. 3) Exod. 20,13, Bloch : Ertesitöje. 5

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