Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
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64 עצמו מעט מטמאץ אותו הרבה מלמטה מטמאץ אותו מלמעלה בעו״הז מטמאין אותו לעו״הב »Der kleinste Schmutzflecken der Seele breitet sich nach und nach aus und wird, so er nicht gleich bei seinem Erscheinen entfernt wird, so gross und bösartig, dass man vergebens Hilfe von Oben erwartet, bis der Mensch endlich, am Ziele seines Erdenlebens angelangt, es inne wird, in welchem Zustande seine Seele, die nun wieder heimkehren soll, sich befindet 3) Darum ist es unerlässliche Pflicht, stets darauf bedacht zu sein, nur das Gute zu wollen, nur das Gottgefällige zu thun und bei der Wahrnehmung des geringsten Fehltrittes sofort umzukehren und die Reinheit der Seele wieder herzustellen. Als Symbol der Seelenreinheit soll uns die körperliehe Reinheit dienen. רהצו הזכו הסירו רוע מעלליכם »Waschet euern Leib, dass er rein sei von allem äussern Schmutz, reiniget euere Seele von allen Sündenflecken und lasset ab von eueren bösen Werken.« 4) וזרקתי עליכם מים טהורים וטהרתם מכל טמאתיכם »dann werde ich euch besprengen mit reinem Wasser, dass ihr durch äussere Reinheit auch im Innern rein werdet von allen verunreinigenden Sünden.« 5) Somit gehören die mannigfachen Vorschriften über Reinheit und Unreinheit des Leibes eigentlich in die Kategorie der Chukkim, deren Grund nicht leicht eingesehen werden kann; allein sie haben auch einen ethisehen Werth, indem in dem Gebote von der Reinhaltung des Körpers zugleich die strenge Ermahnung zur Seelenreinheit enthalten ist. So bemerkt auch Maimuni 6): »Die leibliche Reinheit führt zur Heiligung der Seele und schützt vor verwerflichen Ansichten und bösen Anschlägen; die Heiligung der Seele aber erzeugt das ernste Streben Gott ähnlich zu werden, wie das Wort der Schrift lautet: und ihr sollt euch heiligen und heilig sein, denn heilig bin ich der Ewige, der euch heiliget.« Das Buch Tahara schliesst Maimuni mit den folgendenWorten: »Es ist klar und gewiss,dass die Vorschriften über äussere Unreinheit und Reinheit (טומאות וטהרות) zur Klasse der Chukkim gehören, die eben so wenig mit der schwachen menschlichen Vernunft zu ergründen sind, als das Aufheben der Unreinheit durch ein rituelles Bad; ist doch die im Gesetze erklärte Unreinheit des Leibes keine sichtbare, keine durch Schmutz erkennbare, dass das Wasser des Bades dieselbe abwaschen und entfernen sollte. Doch 3) T. Joma 39a. — 4) Jesaia 1, 16. — ß) Ezechiel 36, 25. c) Tumat Ochlin Cap. 15, § 12.