Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
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53 — du und Alles, was dir gehört, ist ja das Seinige«; 17) die Gabe, die du dem Armen reichst, ist nichts anderes, als ein von Gott dir verliehenes Gut, das du nach seinem Willen verwenden und womit du dem Nothleidenden helfen sollst; darum sollst du ihm mit freudigem Herzen und in Begleitung freundlicher Worte die Gabe reichen. So verbietet die Thora bei der Ernte das Abschneiden an den Enden des Feldes (18 (פאה); in den Weinbergen eine Nachlese zii halteil und üherhaupt das einzeln Abgefallene aufzulesen (19 (לקט) und zurückzukehren, um eine auf dem Felde vergessene Garbe zu holen (ל*(20 (שכהה vielmehr לנר ליתום ולאלמנה יהיה »gehören sie dem Fremdling, den Waisen und der Wittwe«; dir hat der Herr wohl den Besitz des Feldes gegeben, aber die Enden desselben, sowie die aus- und abgefallenen Körner und Früchte und die vergessenen Garben* diese gab er nicht dir, sondern den Armen und Besitzlosen. וזכרת רי עבד היית בארץ מצרים על כן אנכי■ מצרך לעשות את הדבר הזה »Gedenke, dass du ohne irgend einen Besitz Sklave in Mizraim gewesen, darum gebiete ich, der ich dich befreit und dir dieses Land gegeben, dass du solches thuest.« 21) Doch hiemit hatte der Landmann der Pflicht der Wohlthätigkeit noch nicht Genüge geleistet; er musste vielmehr, bevor er von den eingeheimsten Feld- und Baum-Früchten etwas zu seinem und seiner Hausleute Genüsse verwenden durfte, den Priestern und Leviten, denen ihres heiligen Tempeldienstes und Lehrberufes halber mit Ausnahme einiger Wohnstädte kein Landbesitz gegeben wurde, die vorgeschriebenen Gaben reichen י(22 (תרומות ומעשרות והלה), als deren vom göttlichen Lehensherrn bestimmte Theile. Je im dritten Jahre der Schemita musste auch unter den Armen ein Zehntel vertheilt werden (23 •(מעשר עני)- 3. Damit auch dem Boden zur Sammlung neuer Kräfte Gelegenheit geboten werde, und damit im Laufe der Zeit mindestens in einem Jahre vollkommene Gleichheit in der Benützung des Bodens 17) Abot 3, 7. — IS) Leviticus 19, 9. T. Peatli; Maimuni Matnaf Anijim. 19) Levit. 24, 9. — 20)Deut. 24, 9. — 21) Das. 24, 22. 22) Numeri 18. Deut. 14. T. Teruma, Maasser und Maasser Sclieni. Chala, die eine Abgabe vom Teige ist, gehört dem Priester (Numeri 15, 18—21. T. Chala). Ausserdem mussten dem Priester noch mehrere Gaben gereicht werden; siehe hierüber Numeri 18. Deut. 18, 3—5 11. sonst. Talmud Chullin 130—139; Erachin und Rechorot. Siehe Maimuni Bikurim Absch. 1. 23) Deut, 14, 28, 29. T. Rosch Haschana 12b, Maim. Matnat Anijim Cap. 6.