Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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i — 41 — gen Berufes, bei Eingehung einer Ehe mehreren Beschränkungen unterworfen, der Ehe des hohen Priesters waren noch engere Schranken gezogen; weil die Priester in vollkommenster Sittenreinheit und Heiligung nur ihrem göttlichen Beruf leben und weil sie dem Volke als Musterbilder der Tugend dienen sollen. כי קדוש הוא לאלהיו »Ge־־ heiligt is der Priester seinem Gotte 10)«, geweihet seinem Dienste; קדש יהיה לן כי קדוש אני ה, מקדשכם »als heilig dem Dienste Gottes geweihet soll er dir gelten, denn heilig bin ich der Ewige, der euch heiliget. ״) 5. Bei der Wahl der Gattin soll nicht deren Vermögen den Ausschlag geben, vielmehr sollen ihre Würdigkeit und ihre persönliehen Tugenden entscheidend sein 12); so lehrt der Talmud, wer eine seiner unwürdige Gattin wählt, dem werden die Lichtstrahlen der himmlischen Tugend entzogen 13); sein Lebenshimmel erscheint umwölkt. Unsere Weisen lehren des Weitern, dass bei der Wahl der Gattin auf deren Eltern und auf den Bildungsgrad derselben Rücksicht zu nehmen sei. 14) 6. Endlich fordert das Judenthum von allen seinen Bekennern die strengste Keuschheit und Sittenreinheit sowohl in als ausserhalb der Ehe. So schliesst denn auch Maimuni den ersten Abschnitt des Buches »Keduscha« mit folgenden Worten: »Es ist die Pflicht des Menschen, den Geschlechtstrieb zu beherrschen und sich zu bestreben, durch besondere Heiligung, durch Reinheit der Gesinnung und festen Entschluss die böse Begierde zu unterdrücken und von derselben sich zu befreien. Muthwilliger Scherz, Rausch und frivole Reden seien ihm fern, denn diese führen zur Unzucht und zum Verderben. Seine Gedanken weihe er der Thora, sein Streben sei dahin gerichtet, dass er durch Kenntnisse imm?r vollkommener werde; denn Zuchtlosigkeit ist in der Regel nur bei rohen, unwissenden Menschen zu finden; wer hingegen mit der Wissenschaft sich befasst, von dem heisst es: lieblich wie das Reh, anmuthsvoll wie die Gemse labt ihre Zärtlichkeit dich zu jeder Zeit, in ihrer Liebe findest du deine Lust.« 6. Auch die Beobachtung der Speisegesetze erklärt die Schrift als Pflicht besonderer Heiligung. Mit der Ermahnung והייתם קדושים כי קדוש אני »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig«, schliesst jenes 10) Leviticus 21, 7. — ״) Das. 21, 8. — 12) Kiddischin 70a. 13) Kidduschin 70b.— 14) Pesachim 49a. f.