Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3122061-3122076--1233-3123407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
30 a) Das Purinifest. Die Erinnerung an jene wunderbare Geschichte des characterfesten, gottergebenen Mordechai und des grausamen, ehrgeizigen, übermüthigen Amaiekiters Haman, sowie an den plötzlichen Sturz des blutgierigen Feindes und an die Erhebung Mordechais und die Errettung Israels, soll uns in unserem Gottvertrauen stärken, dass wir muthig und felsenfest auf der Tugendbahn ausharren und wenn Feinde wider uns sich erheben unser Geschick Gott anvertrauen und bescheiden und demuthsvoll vor ihm wandeln und das Gute üben. Zu diesem Ende wird jener Theil der Schrift, der diese Geschichte enthält (י(מגילת אסתר an diesem Tage in den Gotteshäusern öffentlich verlesen; unter Lobspenden und Dankesrufen wird dieses Fest als besonderes Freudenfest gefeiert, an dem milde Gaben an Arme und Dürftige zu vertheilen sind. 25) b) Das Weihefest (חנוכה)• Die Erinnerung an die Heldenthaten der Makkabäer soll unsern Muth stählen, unsere Thatkraft stärkeil, da wo es sich um die Ehre Gottes und seiner Lehre, um Tugend und Recht, um das Wohl des Vaterlandes handelt, sollen wir den heldenmüthigen Makkabäer-Söhnen nacheifern, muthig und furchtlos kämpfen und selbst das Leben für diese heiligsten Güter opfern. Die Festeslichter sollen uns den glücklich erfochtenen Sieg sinnbildlich darstellen und uns neue Kraft verleihen und unsere Hoffnung beleben. 26) 7. Nicht bloss Festsondern auch Fasttage wurden zur Erinnerung an historische Ereignisse in Israel angeordnet. Während jene als Freudentage gefeiert werden, sind diese Trauertage und haben die Bestimmung, die von den Vätern begangene schwere Schuld als Ursache der erfolgten göttlichen Strafe uns zum Bewusstsein zu bringen und uns zur Besserung unseres Wandels, zur Veredlung unserer Sitten mit Nachdruck aufzufordern. 27) 8. Damit Israel das Princip der vollkommenen Gleichheit Aller, ohne Unterschied des Standes und des Vermögens, anerkenne und würdige, musste nebst den verschiedenen freiwilligen Gaben zur Errichtung des ersten sichtbaren Heiligthums in der Wüste, ein jeder, ob arm oder reich, noch einen halben Schekel (מחצית השקל) als Opfergabe darbringen, woraus die Füsse zum Heiligthum verfertigt 25) Die speciellen hal. Vorschriften sind enthalten T. Megila. 26) Die hal. Vorschriften sind enthalten T. Sabbat 21a ff. 27) Siehe hierüber T. Taanitli.