Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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— 29 — mit schwachem Laub bedeckte Hütte soll uns an jene Zelte und Hütten erinnern, in welchen die Y0n Feinden umringten Israeliten während ihrer Wanderung durch die Wüste gesichert vor jeder Feindesgewalt wohnten, weil Gottes Auge sie bewachte, Gottes Hand sie schützte; des Tages zog Y0r ihnen eine Wolkensäule, ihnen den rechten Weg zu zeigen und des Nachts leuchtete ihnen eine Feuersäule voran, nie wich der göttliche Schutz von ihnen: כל האזרח בישראל ישבו במכת »Wer in Israel heimisch ist, der wohne in Laubhütten«, 21) und erkenne und beherzige, dass Gott ihn nie verlässt, ihn bewacht und beschützt, dem er daher unbedingt und mit Zuversicht vertrauen und mit dem Psalmisten ausrufen soll ה׳אורי וישעי מטי אירא ד,' טעו היי כשי אפחד »Der Ewige ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich fürchten. Gott ist meine Lebens-Yeste, vor wem sollte ich mich ängstigen.« 22) Soll nun dieses Fest mit seiner Hütte das Gottvertrauen in uns befestigen, so belehrt es uns wieder als Fest des Einsarpmelns (הג האסיף), dass dieses Gottvertrauen uns nicht zur Unthätigkeit und zum Mtissiggang verleiten und nicht so verstanden werden darf, als ob wir Alles Gott überlassen sollten, ohne selbst Hand ans Werk zu legen; dies wäre ein unverzeihlicher Missbrauch des Gottvertrauens; darum ist das Hüttenfest, welches das Gottvertrauen in uns beleben soll, zugleich das Einsammelungsfest, um anzudeuten, dass zum wahren Gottvertrauen eigenes Mitwirken erforderlich ist; nur der kann einheimsen, der den Boden bearbeitet und die Saat ausgestreut hat. Thätigkeit ist des Menschen Aufgäbe, der Erfolg liegt in der Hand Gottes, dem wir vertrauen sollen. למען יברכך ה׳ אלהיך בכל טעשה ידך אשר תעשה »Dass der Ewige dein Gott dich segne in allen Werken deiner Hand, die du thust.« 23) Also arbeiten und auf Gottes Segen vertrauen, das sind die ethischen Lehren dieses Festes. Als Sinnbild des הג האסיף dient der Festesstrauss, bei dessen Erfassen Lob und Dank dem Spender des Segens gezollt wird.« 24) 6. Nebst diesen hohen Festtagen sind noch die folgenden Freudentage zur Erinnerung an wichtige geschichtliche Ereignisse festgesetzt; sie haben nicht minder einen ethischen Wert. 21) Leviticus 23, 42. — 22) Psalm 27, 1. — a3) Deut. 14, 29. 24) Über die halachiscben Vorschriften xiicksichtlicb dieses Festes siebe T. Sukkot. am